NEU! triathlon-News Ausgabe vom 9. Oktober, 19:01 Uhr · 0:47 Min · Kurzfassung

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Daniela Bleymehl: „Meine Nervosität sehe ich als gutes Zeichen“

Anna Bruder / spomedis

Daniela, du hast dein Ziel für den Ironman Südafrika klar formuliert: Podestplatz und Quali für Kona. Warum ist dir ein frühes Hawaii-Ticket so wichtig und was stimmt dich positiv, es schon diesen Sonntag zu sichern?

Für mich ist das Rennen auf Hawaii nach wie vor das wichtigste in unserem Sport. Daran hat sich auch seit meiner letzten WM-Teilnahme 2019, die gleichzeitig mein letztes Rennen über die Langdistanz war, nichts geändert. Im Gegenteil! Bei mir ist die Motivation, in Kona eine Topleistung zeigen zu wollen, eher noch gewachsen. Eine frühe Qualifikation würde bedeuten, den Rest der Saison flexibel gestalten und mich bestmöglich auf Hawaii vorbereiten zu können. Positiv stimmt mich vor allem meine Entwicklung in den letzten Monaten: Seit dem Spätsommer bin ich zurück im strukturierten Training – und sehr zufrieden mit dem Fortschritt, den wir seitdem machen konnten.

Meine Motivation steht bei 100 Prozent – wo genau meine Leistungsfähigkeit aktuell liegt, werde ich Sonntag sehen. Spätestens auf Hawaii bin ich dann auch da wieder bei 100 Prozent.

Daniela Bleymehl
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Geschwommen wird in Südafrika im Meer, der Radkurs hat stolze 1.500 Höhenmeter und ein Marathon ist immer hart (zur Vorschau auf das Rennen). Was denkst du über den Kurs und an welcher Stelle können wir mit deiner Attacke auf die Spitze rechnen?

Anspruchsvolle Strecken liegen mir. Als ich im November das Rennen von zu Hause aus verfolgt habe, kam auch wegen des Kurses der Gedanke auf, in Südafrika starten zu wollen. Die Strecke wird diesmal etwas anders verlaufen und ein gutes Haushalten mit den Kräften abverlangen. Davor habe ich auch den größten Respekt, denn eine Langdistanz ist und bleibt jedes Mal ein langer und harter Tag! Vermutlich wird sich das Rennen erst beim Laufen entscheiden, bestenfalls bin ich aber spätestens auf dem Rad in einer guten Ausgangsposition, sodass ich mich voll auf mein eigenes Rennen konzentrieren kann und gar nicht groß attackieren muss (lacht).

Daniela Bleymehl zählt seit Jahren zu den deutschen Top-Triathletinnen auf der Langdistanz. Die 33-Jährige gewann 2018 die Challenge Roth. Außerdem triumphierte sie in ihrer Karriere bei drei Ironman-Rennen (Italien 2018, Hamburg 2017, Mallorca 2015) und mehreren Mitteldistanzen. Auf Hawaii wurde sie 2019 starke Neunte. Daniela Bleymehl wird trainiert von Mario Schmidt-Wendling und wohnt mit ihrer Familie (zwei Kinder) in Darmstadt.

Dein Saisonauftakt beim Ironman 70.3 Dubai lief nicht wie geplant. Auf Platz drei liegend bist du beim Laufen mit muskulären Problemen ausgestiegen. Was hast du aus dem Rennen mitgenommen und haben die Beschwerden deine Vorbereitung auf Südafrika beeinträchtigt?

Ich kann nicht leugnen, dass ich unglücklich mit dem Rennverlauf in Dubai war. Mitgenommen habe ich dennoch die entscheidende Gewissheit, dass die Form stimmt. Zumindest kann ich das mit etwas Abstand so sehen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Kräfte nicht gereicht hätten und das ist gut! Denn genau mit diesem Ziel vor Augen haben Mario (ihr Trainer Mario Schmidt-Wendling Anm. d. Red.) und ich in den vergangenen Monaten gearbeitet, das Training war voll auf die Langdistanz ausgerichtet. Insofern lief quasi alles nach Plan. Und das glücklicherweise auch nach Dubai. Nach einem Check-up war schnell klar, dass es keine tiefergehende Verletzung war. Das war im ersten Moment meine größte Sorge gewesen. Die hat sich zum Glück zerschlagen und auch der so wichtige finale Trainingsblock wurde dadurch nicht beeinträchtigt.

Den Resultaten nach hattest du 2018 und 2019 deine bisher stärksten Jahre. Dann bremste Corona die Welt aus und 2021 gab es einen viel schöneren Grund für eine Pause: Du wurdest ein zweites Mal Mutter. Bei wie viel Prozent deines Leistungsvermögens siehst du dich aktuell im Vergleich zu 2018/2019?

Körperlich bin ich sicherlich noch nicht bei 100 Prozent, aber ich fühle mich fit, sonst würde ich nicht an den Start gehen. Die Saison wird sehr lang werden und sie geht gerade erst los. Es geht jetzt erst einmal darum, nicht zurück, sondern nach vorn zu schauen, und da ist mein klares Ziel für Sonntag, die WM-Quali zu holen. Meine Motivation steht bei 100 Prozent – wo genau meine Leistungsfähigkeit aktuell liegt, werde ich Sonntag sehen und spätestens auf Hawaii bin ich dann auch da wieder bei 100 Prozent.

Ihre bisher letzte Langdistanz absolvierte Daniela Belymehl 2019 beim Rennen auf Hawaii, als Sie Neunte wurde.

Du hast in deiner Karriere mehr als ein Dutzend Langdistanzen gefinisht, doch nun ist deine letzte schon zweieinhalb Jahre her (Platz 9 auf Hawaii). Kommst du dir vor wie ein aufgeregter Rookie oder sitzen die alten Routinen vom Helm aufsetzen bis zum Schuhe anziehen noch?

In Dubai konnte ich die Routinen ja schon mal wieder „üben“ – und das mit dem Helm und den Schuhen habe ich auch noch ganz gut hinbekommen (lacht). Das Rennen in Südafrika löst durchaus Nervosität in mir aus, aber ich sehe das als gutes Zeichen, das gehört schließlich auch dazu. Ich will zeigen, dass ich in den letzten Monaten gut gearbeitet habe und möchte hinterher mit gutem Gewissen sagen können, dass ich alles gegeben habe.

Alle Infos zum Rennen in Südafrika gibt es hier.

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Der emotionalste Moment der Hawaii-Nacht: Um 23:45 Uhr erklingt am …

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Peter Jacob
Peter Jacob
Abitur, Studium der Sportwissenschaft und Volontariat bei dpa änderten nichts daran, dass Peter eines blieb: Ausdauersportler mit Leidenschaft. Auch wenn der Hamburger heute öfter die Laufschuhe schnürt, sind die Stärken des ehemaligen Leistungsschwimmers klar verteilt. Man munkelt, die Sportart Swimrun sei nur für ihn erfunden worden.

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