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Der Wecker klingelt um 5.15Uhr - mitten in der Nacht L - dennoch sofort hell wach - draußen ist es dagegen noch ziemlich dunkel und kühl. Heute ist es jetzt also soweit – in knapp 3 Stunden geht es los! Schnell gefrühstückt, das restliche Radequipment und Wettkampfverpflegung geschnappt und Richtung Wechselzone. Was ein Atmosphäre – hunderte Athleten stehen in der Morgendämmerung am Pier 60 lassen sich ihre Startnummer auf den Arm stempeln und treffen die letzten Vorbereitungen - Eine beinahe mystische, leicht angespannte Vorwettkampf-Stimmung. Nochmal alle später zurückzulegenden Wege eingeprägt, dann zurück ins Hotel und mit Neo zum Schwimmstart.
Aufgrund des anhaltenden Wind und Wellengangs wurde am Vortag beschlossen die Schwimmstrecke in das komplett ruhige Hafenbecken zu verlegen. Da der Startbereich dort aber relativ schmal ist, sollten alle Agegrouper nacheinander mit Nettozeitmessung starten. Langsam geht die Sonne auf, die Nationalhymne wird gespielt und mit einem Kanonenschuß werden die beiden Profi-Startgruppen ins Rennen geschickt – Gänsehautfeeling pur!
 Anschließend springen dann die ersten Agegrouper wie die Lemminge ins Wasser… alles geht wesentlich schneller als gedacht, so dass ich schließlich gut 30 Minuten vor dem ursprünglichen Zeitplan im erschreckend kalten Wasser bin und versuche gegen die aufgehende Sonne die vor mir liegenden Bojen auszumachen. Durch das neue Startprozedere bleibt das sonst übliche Gekloppe am Start aus und auch auf den ganzen 1,9km ist es nie wirklich eng. Nach und nach überhole ich andersfarbige Badekappen aus den vorherigen Startgruppen und dann ist auch schon der Ausstieg in Sichtweite. Über eine provisorische Rampe wird ein Athlet nach anderen aus dem Wasser gezogen und auf den Weg in die Wechselzone geschickt. Kurzer Blick auf die Uhr – super knapp unter 30 Minuten – genau im Zeitplan!
Auf geht’s also zum Rad! Die Neo-Ausziehstation an der man sich von eifrigen Helfern die schwarze Gummihaut vom Leib reißen lassen kann lasse ich links liegen und steuere direkt mit meinem Beutel das Rad und dann den Ausgang der Wechselzone an. Mittlerweile sind etliche Zuschauer am Rand und feuern an, während ich mich zum erstenmal auf dem Weg zur großen Brücke mache. Relativ schnell wird mir klar warum hier in Clearwater so abartig schnelle Radzeiten gefahren werden… 1.600 Athleten die innerhalb von einer knappen Stunde auf eine komplett flache Strecke geschickt werden - die dazu zeitweise noch sehr schmal ist - ballen sich zwangsläufig zu Gruppen zusammen L Das Ganze ähnelt so eher eine Sonntag-morgen-Radtouristik-Fahrt als einem Triathlon-Rennen… Die Strecke führt anfangs durch Wohngebiete dann auf den Highway zum Wendepunkt bevor es anschließend fast kerzengerade zurück Richtung Clearwater und Brücke geht. Ab Kilometer 70 merke ich meine Beine - der stetige Druck auf der flachen Strecke macht sich bemerkbar L Aber kurz später ist auch die Brücke wieder in Sichtweite – also nochmal durchdrücken und dann versuchen die Beinchen bis zur Wechselzone wieder ein locker zu bekommen! Ein kurzer Blick auf die Uhr – 2:17h für 90km – krass – liege damit nach wie vor gut im Zeitplan!
Rein in die Wechselzone, das Rad vertrauensvoll in die Obhut eines Helfers geben, Beutel schnappen, Socken und Schuhe an und los geht’s wieder in Richtung Brücke wo die erste Supporter-Gruppe wartet! Erst mal aber mit „Handbremse“, ich versuche meinen Rhythmus zu finden und um Gotteswillen nicht wieder zu schnell loszulaufen! Die Beine fühlen sich ganz gut an und auch der Kopf passt. Jetzt nur nicht verrückt machen lassen und die Ruhe bewahren wenn das ein oder andere Mädel an dir vorbei läuft und vorallem schaun, dass man genug „Brennstoff“ nachschiebt und der Ofen nicht vor dem Ziel ausgeht! Die Strecke ist sehr kurzweilig und Ratz-Fatz bin ich schon auf dem Rückweg über die Brücke und in den Zielbereich um auf die 2. Runde zu starten. Die Stimmung ist super, überall wird man angefeuert, wobei die Motivationsrufe „Good job“ und „Looking good“ langsam etwas unglaubwürdig erscheinen ;-) Bei jeder Zeitmatte die ich überquere muss ich an meine Jungs und Mädels zuhause denken die im Liveticker das Rennen verfolgen und genau sehen was ich mache! Das motiviert mich ungemein das Tempo zu halten und zu beißen! Wenn es tatsächlich klappen sollte würde ich das Rennen ziemlich genau in meinem angepeilten Zeitplan finishen! Also weiter „Keep pushing“ - schön Kilometer für Kilometer abarbeiten und die langsam etwas schweren Beine und die Hitze ignorieren! Nach und nach sammle ich auch wieder einige Mädles ein, die mich Anfangs überholt hatten – Juhu, heute scheint es endlich mal aufzugehen! Noch ein letztes Mal auf die Brücke hoch und dann alles mobilisieren was geht, um das Ding sauber nach hause zu laufen!
 Auf den letzten beiden Kilometern überhole ich noch den eine oder anderen. Mit einem Mädel kappel ich mich bis kurz vor der Zielgeraden. Die letzten Meter gehen dann fast wie von allein – und endlich der Zielbogen! Die Uhr bleibt für mich schließlich bei 4:35:15h stehen – passt! War ganz schön hart, aber ich bin erst einmal total Happy dass alles geklappt hat und aufgegangen ist! Anschließend ein Stop am echt amerikanischen Finisherbuffet mit Pizza, Chips und Bagles mit Cream Cheese ;-) Abends gibt es mit Siegerehrung und Feuerwerk direkt am Strand noch einen richtig schönen Abschluss der Weltmeisterschaft!
Fazit: Schönes Rennen, super Wetter und tolle Atmosphäre!
Nach 2 Tage erholen und Sonne genießen geht es für mich morgen dann wieder in das herbst-winterliche Deutschland zurück und in die wohlverdiente Saisonpause ;-)
Noch 10 Stunden bis das Rennen startet!
Endlich ist es jetzt soweit worauf man die letzten Wochen hingearbeitet hat!
So richtig realisiert habe ich es noch nicht aber ganz langsam kommt auch bei mir nun leichte Nervosität, positive Anspannung und Vorfreude auf die Weltmeisterschaft auf!

Heute morgen habe ich mich nach 3 Tagen mit extrem viel Wind und Welle am letzten Tag vor dem Rennen dann doch nochmal ins Meer getraut zum Probeschwimmen und Salzwasser testen, was aufgrund des nachwievor nicht zu verachtenden Wellengang eher einem Wasserkampf als Schwimmen gleichsah - kein Kinderfasching! ;-) Auch der Veranstalter hatte letztlich ein Einsehen mit uns armen Triathleten und hat die Schwimmstrecke kurzerhand in die gegenüberliegende Hafenbucht mit spiegelglattem Wasser verlegt - was ein Glück!
Spätestens als es dann heute ans Packen der Beutel und Einchecken des Fahrrads ging haben alle langsam realisiert, dass es nun wirklich losgeht! Beutel abgeben, Rad abstellen, Wechselzone begutachten und vom "persönlichen" Volunteer nochmal erklären lassen, wo man wann entlang kommt und wie alles genau funktioniert - wie aufregend ;-)
Nach nun mittlerweile 3 Tagen mit eher mäßigem Wetter (Wolken, Wind und relativ kühl) soll es pünktlich zum Rennen morgen Top-Wetter geben: ca 25°C und Sonne! Der Wind ist aus Norden angekündigt, was für den Rückweg der Radstrecke bedeutet, dass er von hinten schieben würde :-)
Alles passt - Die Weltmeisterschaft kann kommen! :-)
Mittlerweile geht schon Tag 2 in Clearwater zu Ende - wahnsinnig viel Los hier, dass ich erst jetzt wieder zum Blog-schreiben komme...

Nach gut 20 Stunden Reisezeit bin ich Dienstag abend in Clearwater angekommen. Flug war ok - genug Platz um sich auzustrecken und müde genug um zu schlafen ;-) Bei Immigration und Zoll wollte mich auch keiner verhaften und Gepäck und Radkoffer haben es glücklicherweise auch direkt zusammen mit mir zum Flughafen in Tampa geschafft! Die wichtigste Grundvoraussetzung war also schonmal bewältigt!
Mittwoch früh dann also erst einmal im Hellen geschaut wo ich da jetzt eigentlich gelandet bin... Der 1. Blick vom Balkon sollte ein kleiner Vorgeschmack auf das sein was einen die kommenden Tage so erwartet...
Ab 6.30Uhr sieht man - teilweise sicher schlaflose (Jetlag)Triathleten - ihr High-End Radequipment ausführen, mit den schnellen Wettkampfflitzern am Strand entlang rennen oder sich im Neo in das sehr wellige Meer stürzen – was ein Posing ;-)
Momentan bereitet uns ein Hurricane-Ausläufer noch viel Spass ;-) in Form von Wind bis knapp 40km/h, entsprechenden Wellen dazu und teilweise Regen… So war das nicht gedacht mit dem „Urlaub“ in der Sonne ;-) Na ja relativ gesehen ist es aber doch „Klagen auf hohem Niveau“ – wer kann schon von sich behaupten Mitte November ‚kurz-kurz’ draußen Radzufahren?!
Jetzt geht es wirklich los!
Das Rad ist nach letztem Check & Tuning im Koffer verstaut, Tria-Equipment, Klamotten, Glücksbringer und was man sonst noch so alles braucht in die Tasche gepackt und morgen früh heißt es dann endlich "Tschüss, nasses & eklig kaltes Deutschland!" - zumindest für die kommenden Tage! :-) Schon extrem kurios bei Dauerregen, Nebel und 5°C Außentemperatur kurze Hosen, T-Shirts und Sonnencreme einzupacken... ;-)
Nach der ganzen Action der letzten Wochen - in denen der zeitliche Abstand zum Abflug zwar stetig kürzer wurde, gefühlt das Ganze aber noch waaaahnsinnig weit weg war - bin ich jetzt kopfmäßig auch langsam in Clearwater angekommen...
Ich freu mich total auf das Rennen, Sonne & Urlaubsfeeling & bin total auf das ganze "Drum-Herum" einer Weltmeisterschaft gespannt! :-)
Jetzt ist es keine Woche mehr bis es am Dienstag früh in den Flieger nach Clearwater geht - Vorfreude und leichte Nervosität macht sich langsam bemerkbar - aber nur manchmal...
Bis dahin gibt es noch sooooooooooooo viel zu tun!
Gut, das Training ist jetzt so gut wie durch - Tapering ist angesagt! Die dadurch "gewonnenen" Stunden gilt es allerdings möglichst clever auf alles Andere was es noch zu organisieren und erledigen gibt zu verteilen... Material checken, Neo aus der hintersten Ecke des Kleiderschranks hervorzerren, Klamotten packen, Reiseunterlagen, Ausweis etc zusammensammeln, Geldwechseln, Wettkampfverpflegung besorgen... und ganz nebenbei noch versuchen im Büro den Schreibtisch leer zu bekommen und zuhause kein ganz so fieses Chaos zu hinterlassen ;-) Aber gut dass man als geübter Triathlet von "Haus aus" eine gewisse Fähigkeit zum Multitasking ohnehin schon mitbringt ;-)
Auf der Bahnfahrt heute dann noch einen Artikel gelesen, wie man sich als Sportler am Besten an die Zeit- und Klimaumstellung anpasst... So habe ich gelernt, dass man einfach die Tage vor dem Flug, seine innere Uhr schonmal an die "neue" Zeit anpassen sollte, indem man jeden Tag etwas später schlafen geht und dann auch später aufsteht. Für heute ist mir das mit dem Schreiben des Blogs ganz gut gelungen - mal schaun was mein Chef dazu sagt wenn ich morgen eine Stunde später ins Büro kommen ;-)
...morgendliche Temperaturen knapp über Null Grad, Nebel, Regen, Wind und Unmengen an Laub die sämtliche Wege belagern... alles mehr als deutliche Zeichen, dass es langsam Zeit wird, dass die (sonst nur aus dem Sommer bekannten) Trainingsumfänge ein Ende nehmen und ich das herbstliche Deutschland in Richtung sommerliches Florida verlassen darf :-)

Aber bis es am 10.11. dann soweit ist heißt es erst noch die letzte harte Trainingswoche erfolgreich hinter sich zu bringen - ohne Krank zu werden, sich zu verletzten oder über zu belasten - alles ein nicht ganz einfacher Drahtseilakt ;-) Die Einheiten der letzten Wochen zeigen mittlerweile erfreulicherweise ihre positive Wirkung - der Druck auf Pedal, Laufschuhe und Wasser fühlt sich gut an! Aber man merkt auch wie die Trainingsstunden Körner gekostet haben und der Körper langsam nach der wohlverdienten Taper-Phase lechzt...
Jetzt heißt es nochmal : Dranbleiben! Immer mit dem Bild vor Augen, dass die (schon fast) nächste Einheit in der Sonne mit Palmen, Strand und Meer absolviert werden darf :-)
...alles fing an mit dem IROMAN 70.3 Rennen in Wiesbaden am 16.08.09, einer Gesamtzeit von 5:20.36,8 Stunden, dem 2. Platz in der F25 und einem "Ja" auf die Frage "Nimmst du den Startplatz für die WM in Clearwater"...
Seitdem ist nun schon etwas Zeit vergangen...
Zunächst ging's weiter mit "business as usual" - Abschluss der Liga-Wettkampfsaison 2009 Anfang September, anschließend bei anhaltend schönen Spätsommerwetter noch an der Startlinie des einen oder anderen Volkslauf.
Während sich die meisten Vereinskollegen dann langsam aber sicher in die wohlverdiente Trainingspause verabschiedet haben hieß es für mich "dran bleibe" und schön fleißig weitertrainieren... Bisher hat das auch alles echt erstaunlich gut geklappt! Das befürchtete Motivationsloch habe ich bis dato erfolgreich umschifft und das Training der letzten Wochen schlägt echt gut an! Lediglich das mittlerweile zunehmend herbstliche (teilweise schon fast winterliche) Wetter macht mir etwas zu schaffen :-( Kalt, Wind, Regen, Thermoklamotten, Überschuhe, Mütze und dazu dann Trainingsumfänge wie im Sommer - das ist irgendwie etwas seltsam....
Aber bald ist es geschafft - nächste Woche nochmal ordentlich trainieren, dann Tapering und am 10.11. endlich in den Flieger nach Florida...
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