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Wer krönt sich in Budapest zum Triathlon-Weltmeister 2010?
 
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Sep 16, 2008

Mein Rennen in Peking

. Aber es war nicht weiter tragisch und ich konnte ohne Probleme eine GA2-Einheit im Schwimmen (6x200m) in Bestzeiten absolvieren. Danach wurde es aber immer schlimmer und ich konnte nicht einmal mehr beim Mittagessen sitzen. Da mein Physio Benni Kohl grade in der Nähe war, fuhr ich zu ihm, aber nach einer gründlichen Untersuchung war eigentlich alles OK. Am nächsten Tag konnte ich auch weitertrainieren, lediglich das Bücken und Aufrichten war schmerzvoll. Ich machte mir somit keine großen Gedanken. Peking war schließlich zu nah, um irgendeine Trainingseinheit wegzulassen.

Vor den Deutschen Meisterschaften war dann die Frage, wie ich die Wechsel verkrafte. Im Wechseltraining brauchte ich immer ca. 10 Sekunden, um mich nach dem Schuhe anziehen aufzurichten, konnte aber danach super schnell laufen. Leider war aber der ganze Wettkampf für mich so ein Chaos, dass die Wechsel gar nicht mehr von Bedeutung waren. Die Schmerzen nahmen danach leider wieder zu und der lange Flug nach Korea machten sie auch nicht besser.

Nun hatte ich aber den Vorteil, dass ich durch Benni ein rundum Betreuung hatte und letztendlich meine Ruhe. Ich hatte keine Termine mehr, keine Interviews und konnte mich voll auf das Training, die Regeneration und meinen Körper konzentrieren. Ich hatte weiterhin keine Schmerzen beim Schwimmen, Radeln oder Laufen, sondern lediglich beim Rad auf- und absteigen, Bücken und Aufrichten. Nach einem kompletten Durchchecken meines Körpers fanden wir heraus, dass meine Muskulatur, speziell unterhalb vom Rücken und an den Organen total verhärtet war. Mit bis zu drei Stunden Behandlung am Tag, die ich teilweise auch zum Mittagsschlaf nutzte, wurde es mir zwischen den Trainingseinheiten also nicht zu langweilig. Aber wir machten deutlich Fortschritte. Im Training hatte ich nun meine härtesten Einheiten. Kurze, aber unglaublich harte und erneut mit Bestzeiten. Mein Leistungsniveau war um Welten besser als letztes Jahr vor der WM in Hamburg. Lubos Bilek, mein Trainer, hatte es wieder geschafft, mich auf den Punkt fit zu machen.

Ich war also sehr optimistisch und freute mich auf den Wettkampf.

Am Freitag flogen wir nach Peking. Zusammen mit der Mannschaft zog ich ins Olympische Dorf. Letztendlich war das wahrscheinlich der Beginn meiner Fehler. Lubos und Benni hatten keine Akkreditierung und hatten so keinen Zugang zu mir. Ich konnte meine Behandlungen also nicht vorsetzen, die ich nach dem Flug, dem Rumstehen und dem ganzen Akt ins Dorf zu kommen, nötig gehabt hätte. Der Weg zur Mensa betrug ca. 800 m und dauerte einfach zu lang. Mein Zimmer war kalt und ungemütlich; ich konnte mich nicht relaxen. Und dann überhaupt die ganzen Eindrücke vom Dorf, es zu erleben und Teil davon zu sein, waren einfach zu viel für mich. Ich bin eine Athletin, die Ruhe vor dem Wettkampf braucht. Ich muss abschalten können, relaxen, um mich voll auf meinen Wettkampf konzentrieren zu können. Ich entschied mich, ins 60 km entfernte Hotel an der Wettkampfstrecke zu ziehen. Das kannte ich vom letzten Jahr. Die Zimmer waren gut, es war ruhig und das Essen OK. Nun war es allerdings schon spät und ich musste die eine Nacht im Dorf bleiben.

Am nächsten Tag war das Briefing im Hotel und so blieb ich gleich dort. Auch die letzte Pressekonferenz konnte ich absagen, um mich endlich in Ruhe hinzulegen und etwas zu schlafen. Ein weiteres Problem kam hinzu: Benni und Lubos konnten auch nicht in dieses Hotel ohne Akkreditierung. Aber nach einem netten Gespräch mit dem chinesischen Sicherheitschef vom Hotel durfte Benni die Massagebank neben dem Eingang unterm Fahrradstand aufbauen. Das optimale war das natürlich nicht, aber besser als gar nichts. Meine Rückschmerzen waren auch wieder etwas schlimmer geworden, aber wenigstens hatte ich jemand, der mich wieder beruhigte. Am Sonntag wurden Benni und Lubos sogar ins Hotel hineingelassen und wir sahen recht optimistisch auf den morgigen Tag. Schließlich verlief das Training super, und das ist schließlich das Entscheidende.

Der Renntag war wolkenlos und wunderschön. Es musste einfach Spaß machen.

Nach einem guten Start (ausgenommen der Startsprung), kam ich in der vorderen Gruppe aus dem Wasser und schaffte es in die erste Radgruppe. Das Tempo war hoch, aber machbar. Bei den Anstiegen ziepte es zwar im Rücken, aber die Beine taten genauso weh. Zum  Wechsel hin ging es wieder die Rampe hoch. Dort wollte natürlich jeder vorne sein, und ich schaffte es nicht weiter nach vorne zu kommen. Im Mittelfeld stieg ich vom Rad und als ich mich aufrichtete, war der Schmerz unerträglich. Ich stolperte und wurde fast umgerannt. Der kurze Weg durch die Wechselzone kam mir ewig lang vor. Als ich die Schuhe anzog und mich wieder aufrichtete, musste ich die Zähne zusammen beißen.

Als fast letzte meiner Gruppe mit einigen Sekunden Rückstand lief ich auf die Laufstrecke. Aber nach einigen Metern ließen die Schmerzen etwas nach und ich konnte normal laufen. Ich holte noch ein paar Mädchen ein und war im Ziel schließlich 15.

Die olympischen Spiele sind Wettkämpfe, bei denen alles perfekt laufen muss, damit man vorne ist. Es waren 55 Mädels am Start, die alle topfit waren. Ich war auch fit, aber ein  Teil meines Körpers hat eben nicht mit gemacht. Somit war ich enttäuscht, dass ich nicht die Leistung zeigen konnte, die ich mir mit Lubos so hart erarbeitet habe. Andererseits weiß ich auch, dass ich ohne Bennis Behandlungen diesen 15. Platz nicht erreicht hätte.

Ich kann verstehen, dass der Verband enttäuscht ist, für den eine Top 10 Platzierung so wichtig gewesen wäre. Aber ich kann es nicht mehr ändern.

Ich habe alles gegeben und habe hart trainiert. Darum freu ich mich, dass ich mich überhaupt qualifiziert habe, dabei war und die Olympischen Spiele miterlebt habe. Ich habe mein Bestes geben und habe ein neues Leistungsniveau erreicht. Das werde ich mitnehmen und in den nächsten vier Jahren weiter steigern, um in London dem Traum einer Medaille noch näher zu kommen.


Jul 29, 2008

Der Countdown läuft

ist nicht passiert in den vergangenen drei Wochen nach Hamburg und doch kann ich sagen, dass sich mein Leben im Ausnahmezustand befindet. Vor allem, was die Medien angeht. Ich wurde zwar schon von unserem Sportdirektor vorgewarnt, aber dass sich die Journalisten fast täglich melden, hätte ich dann doch nicht erwartet. Aber mit einer guten Organisation ist auch das zu bewältigen.

Auch mein Training läuft auf einer anderen Ebene. Es ist unglaublich, was für ein Fitnessstand ich erreicht habe. Ich schwimme oder laufe Zeiten im Training nun mehrmals hintereinander, die an meine Bestzeiten im Wettkampf herankommen. Diese Einheiten sind natürlich sehr hart, aber so motivierend, dass der Spaß den Schmerz überwiegt.

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Nun freue ich mich allerdings auch wieder auf eine ruhigere Woche, bzw. auf das Tapering für die Deutschen Meisterschaften am 2. August in Gelsenkirchen.

Und danach geht es schon los nach Südkorea zur Akklimatisierung. Die Koffer sind schon halb gepackt, da man nicht viel überlegen muss, was man mitnimmt: zwei Tage nach dem Weltcup in Hamburg ging es zur Olympiaeinkleidung und das war wie Weihnachten im Sommer. In Peking dürfen wir eben nur in dieser Einkleidung herumlaufen und somit brauchen wir nur noch ein paar zusätzliche Trainingsklamotten für Südkorea und das ewige überlegen, was man anziehen soll hat sich erledigt.

Am 15. August werden wir dann nach Peking fliegen und ins Olympische Dorf einziehen.

Da dies nun mein letzter Blog vor den Spielen ist, wünsche ich denjenigen viel Spaß, die sich am 18. August um 4 Uhr aus dem Bett quälen, um uns live zu verfolgen und hoffe, dass auch alle anderen uns die Daumen drücken, damit wir eine Show abliefern können wie letztes Jahr bei der WM in Hamburg.


Jul 15, 2008

Weltcupsieg

hlt, bekommen wir das nicht mit, da sie dann eben mit „nur" 20 Sekunden Vorsprung gewinnt.

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Doch dieses Jahr, das zudem auch noch das olympische ist, haben wir tatsächlich Schwächen an ihr entdeckt: die Kälte. Erst die Aufgabe beim Europacup in Pontevedra wegen Unterkühlung und dann lediglich ein zehnter Platz bei der Weltmeisterschaft in Vancouver.

Doch in Hamburg war es warm und Vanessa also wie immer die Topfavoritin. Der erste Platz war mehr oder weniger für sie gebucht. Im Schwimmen kam sie sogar als Führende aus dem Wasser und auf dem Rad machte sie gute Arbeit. Aber dann ging es auf die Laufstrecke.

Wie schon im letzten Jahr lief ich als Erste aus der Wechselzone raus und zählte von Beginn an gedanklich die Meter, bis sie an mir vorbeilaufen würde. Sie kam dann auch, allerdings schon etwas später als bei der WM vor einem Jahr und in einem Tempo, das ich von ihr nicht kannte.

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Gewöhnlich merke ich nur einen kleinen Windhauch, und bevor ich „Fernandez" auf ihrem Hintern lesen kann, ist sie auch schon wieder weg. Aber wie gesagt, dieses Mal war es anders. Laut Anweisung von Lubos, meinem Trainer, sollte ich versuchen, so lange wie möglich mit ihr mitzulaufen, und wenn es nur zehn Meter sein würden. Aus den zehn wurden hundert Meter und plötzlich wurde mir bewusst, dass ich mit ihr mitlaufe.

Wow! Sofort dachte ich, hoffentlich sieht das auch jeder. Das ist das Highlight meiner Karriere. Ich laufe mit Vanessa Fernandez. Mal schauen, wie lange. Es ging zum ersten Wendepunkt und zum zweiten und noch immer dachte ich: komm, egal wie's ausgeht, du bleibst solange an ihr dran, bis du umfällst.

Nach dem zweiten Wendepunkt kamen wir wieder in den Bereich der Zuschauer. Ich glaube, alle waren genau so erstaunt wie ich, denn es wurde nur gebrüllt, geschrien und angefeuert. Das brachte mir einen regelrechten Adrenalinschub. Als es auf die Gerade zur Wechselzone ging, riskierte ich es und lief erst neben ihr und dann vor ihr. Ich dachte, wenigstens einmal als Führende durch die Wechselzone laufen. Und genau dieser Moment ist mir wahrscheinlich als Bester des gesamten Wettkampfs in Erinnerung geblieben. Auf dem Bildschirm konnte ich sogar sehen, dass ich einen Meter Vorsprung hatte. Mann, einen Meter. Vor Vanessa Fernandez!

Von da an vergrößerte sich mein Vorsprung stetig. Letztendlich gab Vanessa in der zweiten Runde auf - Magenprobleme. Sie hatte angeblich etwas Falsches gegessen. An diesem Tag hatte Vanessa den schwarzen Peter gezogen.

Und was mich betraf, ich hatte noch drei Runden vor mir, fühlte mich wie ein Superstar und realisierte auf ein Mal, dass ich das Rennen sogar gewinnen konnte. Wie lange schon wartete ich darauf, endlich mal aufs Podium zu kommen. Und nun brauchte ich lediglich das Tempo durch zu laufen und der Traum ginge in Erfüllung.

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Die letzten Kilometer lief ich wie auf Wolken. Mein erster Weltcupsieg und das auch noch in Hamburg. Schöner hätte es nicht kommen können.


Jul 03, 2008

Mission Schluchsee

, dass ich den ersten Teil der Strecke alleine fahren mußte. Im Nachhinein ist mir nun auch klar, warum.

Der erste Anstieg kam gleich nach rund 6 Kilometern mit dem Schild „die nächsten zwei Kilometer 14 Prozent Steigung". Ja gut, dachte ich, zwei Kilometer sind ja lachhaft. Ich hörte auf zu lachen, als nach den zwei Kilometern ein weiteres Schild kam mit der Bezeichnung „die nächsten neun Kilometer 14 Prozent Steigung". Ach herrje.

Nach einer Stunde kam ich dann auf dem Gipfel an. Der Berg heißt übrigens „Notschrei". Wie passend.

Anschließend ging es auf einer langen Abfahrt runter nach Todtnau und bei Ortsausgang von Todtnau sofort wieder den Berg hoch. Kurze Zeit später traf ich Lubos und zusammen machten wir uns an den nächsten Anstieg. Und zwar zum Feldberg hoch. Zum Glück ging es nicht ganz nach oben (der Kommentar von Lubos: "Da brauchen wir heute nicht rauf...aber dann das nächste Mal!"), aber ich brauchte trotzdem weitere 40 Minuten, um über den Pass zu kommen. Danach ging es nur noch runter bis zum Schluchsee.

Dort verdrückte ich erstmal eine Pizza. Zum verdauen legten wir uns ins Strandbad und genossen den Blick über den See auf die Berge. So kam sogar ein bisschen Urlaubsfeeling auf. Lange Zeit zum Faulenzen blieb allerdings nicht, da schon die nächste Einheit auf dem Programm stand. Ich mit Neo ins Wasser, Lubos mit dem Tretboot nebenher.

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Danach noch ein lockeres Läufchen am See entlang und anschließend ging es schon wieder zurück nach Freiburg (mit dem Auto), um rechtzeitig ins Schwimmtraining zu kommen. Ein harter, aber schöner Tag.


;nkt. Nein, stimmt nicht, das eigene Kochen spielt nun auch eine bedeutende Rolle, schließlich kann ich meine Mutter nicht einfach mitnehmen. Aber so bemühe ich mich nun es ihrer Kochkunst gleich zu tun und zumindest jedes Mal ein Drei-Gänge-Menü zu zaubern... mittags und abends versteht sich. Da merkt man erstmal, was für ein Aufwand das ist. Und gegessen hat man es in ein paar Minuten.

Aber nun zu den Geschehnissen: Nachdem ich aus Spanien zurückgekommen war, blieb ich noch eine Woche zuhause und fing mit meinen zweiten Trainingsblock an. Die Ausdauer nimmt ab und die Intensität deutlich zu. Als längere Tempolaufeinheit nutzte ich den Waiblinger Stadtlauf über 10 Kilometer. Es lief überraschend gut und ich wurde sogar Dritte insgesamt. Es war schön mal wieder einen Wettkampf zuhause vor der Haustür zu machen.

Am folgenden Tag fuhr ich dann nach Freiburg, um mich dort die restlichen zwei Monate auf Peking vorzubereiten. Da diese Gegend zwischen Rhein und Schwarzwald klimatisch die wärmste in Deutschland sein soll, hoffe ich, dass sich nun langsam die Temperaturen über 20° Grad Celsius stabilisieren. Außerdem habe ich mit den Bergen und der Rheinebene perfekte Trainingsbedingung.

Letzte Woche bin ich gleich mal den Kandel hoch (wer ihn nicht kennt: eine 9 Kilometer lange Rampe mit ca. 900 Höhenmeter). Vielleicht hätte ich damit noch eine Woche warten sollen. Am Wochenende war ich auf einem Kurztrip in Paris, um bei einem Grand Prix für mein Team von Chateauroux zu starten. Auf den letzten Metern haben meine Beine leider versagt und ich wurde Zweite hinter Magali di Marco Messmer. Aber da sie für das gleiche Team startet, war das nicht weiter tragisch.

Und nun geht es morgen mit dem Rad zum Schluchsee. Vielleicht laufe ich auch einmal drumherum. Aber zur Abkühlung geht es auf jeden Fall ins Wasser!


Mai 29, 2008

In Watte packen

eigentlich eine gute Anpassung, da es auch in Madrid beim Wettkampf nur knappe 10 Grad Celsius hatte. Normalerweise macht mir das beim Rennen nicht so viel aus, aber dieses Mal hat es echt kein Spaß gemacht. Ich versuchte mich mit einzelnen Attacken warm zu halten, aber das kostete mich zu viel Kraft und beim Laufen hatte ich Mühe den anderen hinterher zu kommen. Trotzdem war ich live dabei, als das letzte Olympiaticket zwischen Joelle und Christiane ausgefochten wurde, was das Rennen spannend machte.

Von Madrid flog ich wieder zurück nach Pontevedra. Diese Woche ist ein bisschen ruhiger für mich, damit es dann am Montag richtig losgehen kann mit dem spezifischen Training auf Peking.

Als wir gestern zu viert auf dem Rad unterwegs waren, hatten wir einen Unfall. Wir waren kurz vor Pontevedra, als ein Auto direkt vor uns die Straße kreuzte ohne uns zu beachten. Zwei von uns konnten ausweichen, aber Oskar, der letzten Sonntag Junioren Duathlon Europameister wurde, und ich, klatschten wie Fliegen frontal aufs Auto, bzw. ich auf Oskar. So hatte ich Glück im Unglück und mir ist überhaupt nichts passiert, aber Oskar brach sich das Schlüsselbein an. Außerdem ist sein Rad nun Schrott.

Es ist unglaublich wie schnell etwas passieren kann. Klar, ich kann mich nun vor Peking nicht in Watte packen, aber ich habe echt eine riesen Angst, dass mir etwas passiert, was ich nicht beeinflussen kann. Ich fahre dieses Jahr schon viel aufmerksamer auf dem Rad, aber ich bin echt froh, wenn ich in Peking heil am Start stehen kann.


Mai 13, 2008

Kontinent-Hopping

Wirbel aus, der zwar dank Benni schnell wieder drin war, aber mir muskuläre Probleme machte. Solange die Wehwehchen jetzt auftreten und nicht im August, ist das noch ok.

Der Trip nach Richards Bay über Johannesburg und Durban war zwar lang, aber da ich diesen Teil von Südafrika noch nicht kannte, für mich also neu. Obwohl ich von der Reiserei schon etwas geschlaucht war, fühlte ich mich wesentlich besser als in Korea.

Das machte sich deutlich beim Wettkampf bemerkbar, und dazu war es endlich auch warm. Trotz guter Schwimm und Radleistung vermasselte ich die ersten vier Laufkilometer, fing mich aber wieder und war am Ende mit dem fünften Platz sehr zufrieden.

Nach dem Wettkampf die übliche Prozedur: Dehnen, duschen, Rad packen, Tasche packen, essen, schlafen. Am nächsten Tag war noch Zeit für ein kurzes Läufen (ich glaube, die Hälfte der Athleten ist zum selben Zeitpunkt noch mal zum Pier und wieder zurück gelaufen. Wir bekommen einfach nicht genug...), dann wieder ab in den Bus und nach Durban. Lustig war es, als ich beim Gate in Johannesburg saß. Auf unserem Flug nach Frankfurt zählte ich Athleten und Teams von fünf Nationen: Spanien, Neuseeland, Belgien, Ukraine und Ungarn.

Man hätte die After-Race-Party doch glatt im Flieger machen können.


leckeren frischen Lachs. Leider machte das nur für eine kurze Weile satt und so durchsuchte ich den hoteleigenen Laden.

Auf Jeju passierte es mir, dass ich einen absoluten Fehlgriff bei den Schokodoppelkeksen machte. Bei denen, dachte ich, kann man doch nichts falsch machen. Aber als ich die Packung mit Heißhunger öffnete, musste ich echt lachen. Anstatt normalen Butterkeksen, haben die Salzkräcker genommen und sie mit der Schokomasse zusammengedrückt. Die Koreaner sind echte Scherzkekse.

Also probierte ich diesmal die Chocchipkekse. Die waren, bis auf den Umstand, dass jeder einzelne Keks extra eingepackt war, auch recht gut. Leider war das auch das einzige, was ich gefunden habe.

Am Wettkampftag wurde ich vom Wind aufgeweckt, der auch noch kalt war. Zu den 15°C Wassertemperatur war das nicht sehr angenehm. Kurz vor dem Start wurde sogar die Radstrecke verkürzt, da das letzte Stück über eine Brücke ging. Das ist mir bei einem Weltcup noch nie passiert. Die Krönung war dann allerdings, was auf der Schwimmstrecke vor sich ging. Ich hatte gerade die Bojen hinter mir gelassen und peilte den Ponton an, als ich plötzlich gegen ein Boot schwamm. Zuerst dachte ich, ich wäre völlig vom Weg abgekommen. Letztendlich stellte sich aber heraus, dass der Wind das Boot mit den V.I.P.s auf unsere Schwimmlinie getrieben hatte.

Der Rest vom Wettkampf verlief dann allerdings ohne äußere Komplikationen und ich musste lediglich mit einem Hungerast auf der Laufstrecke kämpfen. Ich glaube das war das erste Mal, dass ich mir eine Ironman-Verpflegungsstation mit Bananen und Riegeln gewünscht habe.


muss dort spottbillig sein), aber so mal kurz einen Kaffe Mocca in Shanghai am Fluss zu trinken ist echt aufregend.

Nach einem weiteren Flug kamen wir (Jan Frodeno, unser Sportdirektor Rolf Ebeling und ich) auf Jeju an. Jeju ist eine kleine Insel südlich der koreanischen Halbinsel und wird bevorzugt für Urlaub oder Flitterwochen besucht. Wir werden uns hier im August für eineinhalb Wochen auf die Olympischen Spiele vorbereiten. Mit 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit, kurzem Flug nach Peking und gleicher Zeit ist die Insel ideal zur Anpassung. Wohnen werden wir im Trainingszentrum der koreanischen Nationalmannschaft in Seogwipo („Sogipo"). Es wurde erst kürzlich gebaut und ist mit zwei Stadien, Kraftraum mit Laufbändern, Küche und klimatisierten Zimmern recht komfortabel.

Was mir sehr große Anpassungsschwierigkeit bereitet hat, ist die scharfe koreanische Kost. Beim ersten Abendessen gab es Misosuppe, Oktopus, undefinierbares Gemüse, Fleischeintopf und natürlich Reis. Am nächsten Morgen kam die Überraschung: da stand doch tatsächlich das Gleiche zum Frühstück da! Im Laufe des Tages stellte sich also heraus, dass die Koreaner ungelogen das Gleiche zum Frühstück, wie zum Mittag und Abend essen.

Faszinierend!

Nach ein paar Verständigungsproblemen bekamen wir aber dann Toast mit Marmelade und die guten Kellogg's Cornflakes aufgetischt. Als ich dann mal nachfragte, wie den koreanischen Athleten unser Essen geschmeckt hat, als sie bei uns zu Besuch waren, bekam ich die Antwort, es sei sehr salzig und vor allem mit dem Käse deutlich zu üppig gewesen.

Das kann ich mir natürlich sehr gut vorstellen.


Apr 14, 2008

Trainingsfrust

Saarbrücken an den Olympiastützpunkt gefahren. Ich hatte zwar echt Glück mit dem Wetter, aber das Training war eine Qual. Dank meiner besten Trainingspartnerin Lisa Müller-Ott konnte ich zwar gut trainieren, aber die Rundum-Versorgung durch meinen Trainier und Physio hat dann doch gefehlt.

Also packte ich auch schnell wieder meine Sachen und fuhr kurz vor dem erneuten Wintereinbruch wieder nach Hause (...zum Glück, ich hatte nämlich noch Sommerreifen drauf).

Zuhause quälte mich Lubos noch über die letzten Tempoeinheiten, bis ich mich am Dienstag dann vollständig abschoss. Am Mittwochmorgen im Schwimmtraining kam es nach drei Monaten konstant gutem Training das erste Mal vor, dass ich einfach nicht mehr konnte und nach 2,5 km die Einheit abbrach. Die Luft war draußen. Mittags setzte ich mich zwar noch hoffnungsvoll aufs Rad, drehte aber nach 5 min um, da ich wahrscheinlich nicht mal mehr einen 20er Schnitt fahren konnte. Zum Glück fing es allerdings auch aus allen Kübeln zu regnen an, als ich wieder zuhause war. So war es wahrscheinlich das Beste, dass ich mir einen Tee machte, mich aufs Sofa setzte und endlich Zeit hatte in Ruhe meinen E-Mail-Posteingang zu bearbeiten.

Am Donnerstag musste ich allerdings schon wieder meine Tasche packen, da es zur Pressekonferenz zurück nach Saarbrücken ging. Nun relaxe ich hier noch ein paar Tage, habe es tatsächlich auch mal wieder ins Kino geschafft, bevor es dann am Dienstag endlich nach Korea geht.

Nach insgesamt fünf Monaten Training sehne ich mich richtig auf Wettkämpfe, um zu sehen, wie mein Leistungsstand momentan ist, bzw. ob das Training erfolgreich war.

 Nun, ich halte euch auf dem Laufenden...


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