Titel verteidigt: Wallenhorst fliegt zum Sieg
Mit einer Laufleistung nur knapp über der Drei-Stunden-Marke hat Sandra Wallenhorst in Frankfurt die Schweizerin Caroline Steffen besiegt und ihren Europameisertitel verteidigt. Auch die Vorjahreszweite Yvonne van Vlerken (NED) konnte nicht mit der 38-Jährigen mithalten.
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Die Ironman-Europameisterschaften der Frauen begann mit einem Paukenschlag: Gemeinsam mit der schnellsten Männergruppe absolvierte die 31-jährige Katja Konschak die ersten 2,2 Kilometer auf der Schwimmstrecke und verlor bis zum Schluss der 3,8 Kilometer weniger als zwei Minuten auf den späteren Männer-Sieger Andreas Raelert. Zweitschnellste Frau war Caroline Steffen, die nach 52:58 Minuten den ersten Wechsel aber erst vier Minuten hinter Konschak erreichte. Vorjahressiegerin Sandra Wallenhorst verlor beim Schwimmen ohne den hilfreichen Neoprenanzug den Anschluss: Mit sechs Minuten Rückstand auf Steffen sollte sie im Laufe des Rennens einer großen Bürde hinterherjagen. Auch Yvonne van Vlerken verlor vier Minuten auf die Schweizerin Steffen, acht Minuten gar auf Konschak.
Steffen einsam in Front
Auf dem Rad allerdings sollte die schnelle Schwimmerin schnell allen Vorsprung verlieren und weit zurückfallen. Denn änlich wie bei den Männern suchte auch bei den Frauen eine Athletin ihr Heil in der Offensive: Carolin Steffen attackierte früh im Rennen und fuhr der Konkurrenz weit davon. In 5:01:21 Stunden fuhr sie - die gut vier Kilometer, die die Athleten durch die baustellenbedingte Umleitung in Bad Vilbel mehr zu absolvieren hatten abgezogen - im Bereich des aktuellen Streckenrekords. Mithalten konnte bei diesem Tempo lediglich Sandra Wallenhorst, doch die hatte sich beim Schwimmen zuvor einen zu großen Rückstand auf die Schweizerin eingehandelt, als dass sie sich an die Führende entscheidend hätte heran arbeiten können. Auch Yvonne van Vlerken verlor weitere zwei Minuten auf Steffen. Noch schlechter erging es Andrea Steinbecher. "Das Schwimmen war noch in Ordnung, aber auf dem Rad ging einfach nichts mehr. Es kam kein Wettkampfdruck auf", erklärte die 33-Jährige, warum sie das Rennen noch während des Radfahrens aufgab.
Wallenhorst bläst zur Jagd
Die Entscheidung an der Spitze derweil war nach Ende der Radstrecke noch lange nicht gefallen. "Ich bin fit genug für den besten Marathon meines Lebens", zeigte sich Titelverteidigerin Wallenhorst beim zweiten Wechsel kämpferisch - und sollte ihre Ankündigung tatsächlich in die Tat umsetzen. Innerhalb der ersten 20 Kilometer holte die Hannoveranerin gut zwei Minuten auf die Führende auf und ließ auch weiterhin nicht locker. Erstes Opfer ihres hohen Tempos wurde Yvonne van Vlerken. War sie noch gemeinsam mit Wallenhorst ins Laufen gestartet, verlor sie auf dem ersten Halbmarathon rund anderthalb Minuten auf die 38-Jährige. Auf der zweiten Hälfte der Strecke legte Wallenhorst noch einmal zu: Mit weniger als 40 Sekunden Rückstand auf Steffen ging sie in die letzten sieben Kilometer. Es dauerte nur zwei weitere Kilometer, bis Wallenhorst die Führung übernahm und ihre Konkurrentin abhängte: Mit geballter Faust lief sie an der Schweizerin vorbei, die der Titelverteidigerin ob dieser Laufleistung - Wallenhorst absolvierte den Marathon in 3:00:15 Stunden und sorgte damit für einen neuen Streckenrekord - nur noch anerkennend auf die Schulter klopfen konnte. Nach nur knapp über neun Stunden sicherte sich Wallenhorst ihren zweiten Sieg in Folge, dahinter schaffte Steffen eine kleine Überraschung und verdrängte Yvonne van Vlerken auf den letzten freien Podestplatz. Als schnellste Amateurin erreichte Silvia Balbach, die bereits bei der Challenge Kraichgau eine starke Leistung geboten hatte, den vierten Rang. Fabian Fiedler aus Frankfurt am Main
Ironman European Championship 3,8 km Schwimmen, 184 km Rad, 42,195 km Laufen 4. Juli 2010, Frankfurt am Main
1. Sandra Wallenhorst (GER) 9:04:27 (0:58:57-5:01:37-3:00:15) 2. Caroline Steffen (SUI) 9:06:42 (0:52:58-5:01:21-3:08:54) 3. Yvonne van Vlerken (NED) 9:10:21 (0:57:09-5:03:34-3:05:51) 4. Silvia Balbach (GER) 9:23:10 (1:02:31-5:11:39-3:10:01) 5. Diana Riesler (GER) 9:27:37 (1:00:17-5:02:57-3:23:42) 6. Katja Konschak (GER) 9:31:57 (0:49:39-5:26:07-3:03:46) 7. Joanna Lawn (NZL) 9:36:12 (0:55:08-5:20:15-3:16:14) 8. Susan Dietrich (GER) 9:39:12 (0:53:27-5:21:23-3:20:26) 9. Meike Krebs (GER) 9:42:28 (0:53:17-5:21:25-3:24:02) 10. Nicole Leder (GER) 9:51:10 (53:27-5:21:23-3:32:27)
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