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07. Februar 2010

Ironman 70.3 Geelong: Alexander siegt erneut

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Craig Alexander
Der Australier Craig Alexander ist auch 2010 mit einem Sieg in die Rennsaison gestartet. Beim Ironman 70.3 in Geelong (AUS) verteidigte der zweifache Hawaiisieger seinen Titel aus dem Vorjahr, das Rennen der Frauen dominierte die Wahl-Australierin Caroline Steffen.
Alexanders erneuter Erfolg in Geelong ist nach der viermonatigen Wettkampfpause seit seinem zweiten Sieg bei der Ironman-Weltmeisterschaft ein klares Signal an die internationale Konkurrenz. Während die in den Winterquartieren auf den Kanarischen Inseln, in Südafrika, Kalifornien und Down Under noch an den Grundlagen arbeitet, startete der Australier bereits sein "Projekt Hattrick". Wenn auch (noch) nicht mit der gleichen Dominanz wie vor einem Jahr, als der 36-Jährige das Feld gleich nach dem Schwimmen kontrollierte und mit über zwei Minuten Vorsprung gewinnen konnte. Doch eine zu gute Frühform wäre angesichts einer fast acht Monate langen Saison möglicherweise auch eher als Warn- denn als Ausrufezeichen zu verstehen gewesen.

Ungestümer Angriff von Fettell


So gehörten die ersten 150 Minuten des Männerrennens der 23 Jahre alten australischen Nachwuchshoffnung Clayton Fettell, der den 1,9 Kilometer langen Dreieckskurs in der Corio Bay in unter 22 Minuten absolvierte und damit eine gute Minute schneller war als das vom Briten Paul Ambrose angeführte Feld der Verfolger. Fast ungestüm aber wirkte, was Fettell dann auf der 90 Kilometer langen Radstrecke zeigte: Im Alleingang jagte der junge Aussie über den welligen und in Abschnitten winkligen Drei-Runden-Kurs, bereits nach einem Drittel der Distanz lag er über zwei Minuten vor seinen Landsleuten Tim Berkel, Matty White und einer Verfolgergruppe mit Alexander, Ambrose und dem Tschechen Jan Rehula, der das Rennen später aufgab.

Doch selbst wenn sich Fettell angesichts von fast fünf Minuten Vorsprung in der zweiten Wechselzone tatsächlich ein wenig Hoffnungen auf einen Überraschungserfolg gemacht haben dürfte: Wer Alexander besiegen will, muss auch auf der Laufstrecke bestehen können. Und da fehlt dem talentierten Nachwuchsmann offenbar noch ein wenig das Stehvermögen, 1:19:29 Stunden über die abschließenden 21,1 Kilometer sind noch zu weit entfernt von der Weltspitze über diese Distanz, zu der Alexander trotz seiner zunehmenden Spezialisierung auf die Ironman-Strecke immer noch zu zählen ist. Als Zehnter hatte der zweimalige Hawaiisieger die zweite Wechselzone verlassen, nach gut der Hälfte der Laufstrecke übernahm er bereits die Führung. Dahinter gestalteten seine Landsleute Leon Griffin, Tim Berkel, Peter Schokman und Matty White, der das Ziel drei Minuten nach dem schließlich fünftplatzierten Fettell als Sechster erreichte, das Rennen endgültig zur australischen Meisterschaft.

Warriner mit schwachem Finale


Auch auf dem Podium der Frauen sollte für Gäste kein Platz sein - wenn man die aus der Schweiz stammende Siegerin Caroline Steffen mit Wahlheimat Mooloolaba denn als Australierin gelten lassen will. Denn die Vorjahressiegerin Samantha Warriner aus Neuseeland, die bis zum Wechsel auf die Halbmarathondistanz noch auf einem aussichtsreichen zweiten Platz lag, zeigte beim Laufen ungewohnte Schwächen und wurde nur Vierte. Aber auch in Bestform hätte sie Steffen wohl nicht abfangen können, die 31-Jährige konnte sich nach einer soliden Schwimmleistung lange Zeit in einer Verfolgergruppe der Männer um ihren Landsmann Jason Shortis behaupten und hatte nach zwei Disziplinen bereits rund fünf Minuten Vorsprung. Dann musste Warriner auf der Laufstrecke auch noch die international bisher wenig bekannten Carrie Lester und Lisa Marangon ziehen lassen - eine Niederlage, die die ehrgeizige Neuseeländerin nur vier Wochen nach ihrem Erfolg bei der Halbdistanz in Tauranga ärgern dürfte. Dort hatte sie die ehemalige Leistungsschwimmerin Steffen auf den letzten Kilometern der Laufstrecke gerade noch abfangen können.
Jens Richter


Ironman 70.3. Geelong
1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21,1 km Laufen

7. Februar 2010, Geelong (Australien)


Frauen
1. Caroline Steffen (AUS) 4:14:32 (24:54-2:20:38-1:25:59)
2. Carrie Lester (AUS) 4:19:32 (25:52-2:24:50-1:25:50)
3. Lisa Marangon (AUS) 4:19:49 (24:50-2:25:42-1:22:24)
4. Samantha Warriner (NZL) 4:23:01 (24:43-2:25:56-1:29:31)
5. Suzanne Alway (AUS) 4:28:33 (29:32-2:23:27-1:30:40)
6. Nicole Ward (AUS) 4:30:29 (25:10-2:31:52-1:30:02)
7. Elly Franks (AUS) 4:31:10 (25:57-2:24:16-1:37:31)
8. Renee Nicholls (AUS) 4:33:58 (34:31-2:27:22-1:27:40)
9. Sarah Bryant (NZL) 4:35:38 (28:20-2:24:29-1:38:54)
10. Kirsten Molloy (AUS) 4:36:06 (26:00-2:35:30-1:31:08)

Männer
1. Craig Alexander (AUS) 3:53:15 (23:01-2:15:40-1:11:57)
2. Leon Griffin (AUS) 3:54:35 (23:13-2:15:29-1:13:22)
3. Tim Berkel (AUS) 3:56:10 (23:24-2:15:06-1:14:52)
4. Peter Schokman (AUS) 3:56:25 (23:23-2:15:15-1:15:00)
5. Clayton Fettell (AUS) 3:56:39 (21:54-2:12:37-1:19:29)
6. Matty White (AUS) 4:00:02 (23:26-2:15:04-1:18:44)
7. Paul Ambrose (GBR) 4:00:39 (22:56-2:15:39-1:19:25)
8. Jason Shortis (AUS) 4:01:12 (25:07-2:13:18-1:19:43)
9. Damien Angus (AUS) 4:01:51 (25:56-2:15:51-1:16:53)
10. Jason Crowther (AUS) 4:02:42 (23:28-2:15:12-1:21:11)

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