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Ironman Hawaii: Alexander siegt, Raelert Dritter

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Craig Alexander
Craig Alexander hat beim dritten Start auf Hawaii seinen zweiten Titel gewonnen. In 8:20:21 Stunden entschied der Australier ein enges Rennen erst beim Marathon vor Chris Lieto (USA). Der Rostocker Andreas Raelert wurde Dritter, Timo Bracht kam auf Rang sechs.

Als Titelverteidiger Craig Alexander im Ziel des wichtigsten Triathlonrennen des Jahres seinen zweiten Sieg lautstark feiern sollte, hatte der 37-Jährige kaum mehr die Kraft, ein paar Worte zu seinem Erfolg über die Lippen zu bringen. Es sei das härteste Rennen seiner Karriere gewesen - und verdammt heiß. Dabei sah es von außen betrachtet so aus, als hätte Alexander das Rennen zu jeder Zeit im Griff gehabt.

Zwar konnten sich beim Schwimmen die beiden US-Amerikaner Andy Potts und John Flanagan deutlich absetzen und sich einen Vorsprung von über zwei Minuten auf die ersten Verfolger Pete Jacobs aus Australien und den Briten Philip Graves erarbeiten. Doch Alexander schaffte den Sprung in die ersten größere Gruppe, die mit weiteren 45 Sekunden Rückstand aus dem Wasser kam. Diese taktisch so wichtige erste Gruppe hatten auch die besten deutschsprachigen Athleten erreicht: Faris Al-Sultan, Andreas Raelert, Dirk Bockel, Mathias Hecht, Andreas Niedrig und Jan Raphael hielten Anschluss an die Favoriten. Die hoch eingeschätzten Normann Stadler und Timo Bracht dagegen mussten einen Rückstand von knapp sieben Minuten auf die Spitze hinnehmen.

Die Favoriten sortieren sich

Auf dem Rad war es zunächst Potts, der auf der ersten Schleife durch Kailua-Kona die Initiative übernahm. Als die Profis bei zunächst fast windstillen Bedingungen auf den Queen-K-Highway einbogen, drängte der erst 20-jährige Graves furchtlos in die Führung. Dahinter sortierten sich die Favoriten, unter ihnen auch die beiden Ersten des Vorjahres, Craig Alexander und Eneko Llanos. Beide fuhren in der 17-köpfigen Verfolgergruppe, in der auf dem Weg zum Wendepunkt in Hawi Faris Al-Sultan und Chris Lieto das Tempo diktierten. Mit dabei auch Hecht, Raphael und die Hawaii-Rookies Raelert, Bockel und Rasmus Henning aus Dänemark.

Twelsiek Zweiter auf dem Rad

Eine gute Konstellation für Alexander. Vor allem, weil die beiden Hawaii-Sieger Normann Stadler und auch Chris McCormack nach ungewohnt schwacher Schwimmleistung mit viel Kraftaufwand die Lücke nach vorn schließen mussten. Kurz vor dem Wendepunkt übernahm dort Chris Lieto die Führung und baute seinen Vorsprung mit Tagesbestzeit von 4:25:10 Stunden bis in die zweite Wechselzone auf mehr als fünf Minuten aus. Dahinter bog Maik Twelsiek bei seinem zweiten Hawaii-Start vor allen anderen in die Wechselzone in der Bucht von Kailua-Kona ein. Kurz vor den drei Champions Faris Al-Sultan, Chris McCormack und Normann Stadler.

Alexander und Raelert jagen Lieto

Schon auf den ersten Laufkilometern machten Craig Alexander und Andreas Raelert, aus der Verfolgergruppe kommend, Schulter an Schulter Boden gut und hatten nach der Hälfte der Marathonstrecke bereits alle Konkurrenten überholt - nur Lieto ließen sie noch zappeln. Auf dem Weg zum Energy Lab bei Laufkilometer 30 schaltete Alexander dann einen neuen Gang nach oben - Lietos Führung war zuvor zwar kontinuierlich geschmolzen, vier Minuten waren dem Familienvater aus Brisbane dann aber doch zuviel - zwölf Kilometer vor dem Ziel. Eine richtige Entscheidung: Zwar musste der Führende Lieto mehrere Gehpausen einlegen - als Alexander in seinem unnachahmlich lockeren Laufstil aufschloss, fasste sich Lieto noch einmal ein Kämpferherz und ging das Höllentempo seines Kontrahenten einige hundert Meter mit, dann musste er den Sieg aber entgültig abhaken und mit schmerzverzerrtem Gesicht Alexander seines Weges ziehen lassen.

Raelert auf Anhieb auf dem Podest

Im Ziel durfte sich Alexander dann zweieinhalb Minuten erholen, bevor er die etwas müden Glückwünsche von Lieto entgegennahm. Dieser konnte seine Enttäuschung über den knapp verpassten Triumph zunächst nicht verbergen, obwohl der zweite Platz der größte Erfolg seiner Karriere ist. Dritter wurde mit dem Rostocker Andreas Raelert ein so genannter Rookie. Bei seinem ersten Hawaiistart gelang dem zweimaligen Olympiateilnehmer dank des zweitschnellsten Marathons des Tages (2:51:04 Stunden) der Sprung aufs Weltmeisterschaftspodest. Und bat danach sofort um medizinische Hilfe, zu viel Kraft hatten die Hitze von über 35 Grad Celsius und der zähe Kampf um die Krone gekostet.

Deutsche Profis endlich wieder vorn dabei

Gleich im ersten Versuch setzte sich Raelert damit an die Spitze einer langen Liste mit fünf Top-20-Resultaten. Nach zwei mageren Jahren zeigten die erfolgsverwöhnten Deutschen wieder, dass sie zur Weltspitze auf der Triathlon-Langdistanz zählen. Timo Bracht kämpfte sich nach Pech im Schwimmen auf dem Rad ganz allein weit heran an die erste Gruppe und leistete mit seinem sechsten Platz Wiedergutmachung für seine Disqualifikation im Vorjahr. Auch der mutige Faris Al-Sultan dürfte seinen zehnten Platz nach zwei eher mittelmäßigen Jahren als kleine Genugtuung empfinden. Maik Twelsiek krönte seine hervorragende Vorstellung auf dem Rad mit Platz zwölf, Stephan Vuckovic kam auf Rang 20 ins Ziel. Bester Schweizer wurde Mathias Hecht als 13., der in Deutschland geborene Luxemburger Dirk Bockel schaffte als Siebter, wie Raelert, bei seinem Kona-Debüt den Sprung in die Top Ten.

Auch bei den Altersklassen-Athleten gehörten die deutschsprachigen Athleten einmal mehr zu den besten: Christian Müller (Gesamtplatz 32) trat als schnellster aller Agegrouper die Nachfolge von Clemens Coenen an, knapp dahinter finishte Stefan Werner als 32. der Gesamtwertung. Der Österreicher Max Renko folgte auf Rang 34 und gewann damit den WM-Titel in seiner Altersklasse.
Nis Sienknecht aus Kailua-Kona

Ironman World Championship
3,86 km Schwimmen, 180 km Rad, 42,195 km Laufen
10. Oktober 2009, Kailua-Kona, Hawaii

1. Craig Alexander (AUS) 8:20:21 (50:57-4:37:33-2:48:05)
2. Chris Lieto (USA) 8:22:56 (51:07-4:25:10-3:02:35)
3. Andreas Raelert (GER) 8:24:32 (51:00-4:38:00-2:51:04)
4. Chris McCormack (AUS) 8:25:20 (52:51-4:32:44-2:55:58)
5. Rasmus Henning (DEN) 8:28:17 (51:06-4:37:07-2:55:33)
6. Timo Bracht (GER) 8:28:52 (54:30-4:33:49-2:56:27)
7. Dirk Bockel (LUX) 8:29:55 (50:50-4:37:28-2:57:41)
8. Pete Jacobs (AUS) 8:30:15 (50:03-4:38:41-2:57:13)
9. Andy Potts (USA) 8:30:30 (47:45-4:46:06-2:52:14)
10. Faris Al-Sultan (GER) 8:31:44 (50:53-4:33:40-3:03:10)

12. Maik Twelsiek (GER) 8:35:10 (52:54-4:28:34-3:09:27)
13. Mathias Hecht (SUI) 8:37:29 (50:54-4:37:31-3:04:47)
18. Ronnie Schildknecht (SUI) 8:49:15 (53:33-4:43:38-3:07:40)
20. Stephan Vuckovic (GER) 8:51:35 (52:50-4:56:30-2:58:12)

 

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