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Gregor Buchholz holt erstes Gold für Deutschland

Der Potsdamer Gregor Buchholz hat bei den U23-Weltmeisterschaften in Hamburg überraschend die erste Goldmedaille für die Deutsche Triathlon Union gewonnen. In einem von Taktik geprägten Rennen löste sich der Deutsche Meister im Zielsprint von seinen Konkurrenten.

Gregor Buchholz
Gregor Buchholz 

Das vierte Rennen des ersten Wettkampftags der Triathlon-Weltmeisterschaften war das Rennen der Deutschen. Kaum einer hatte die vier DTU-Starter vor dem Wettkampf auf der Rechnung. Doch schon beim Schwimmen bissen sich Sebastian Rank und überraschend auch Helge Mütschard in der Spitzengruppe fest. Rank wechselte als Neunter, dicht gefolgt vom eher als schwächeren Schwimmer bekannten Mütschard. Ganz vorn wurden der Neuseeländer Tony Dodds und der Australier Clayton Fettell von den regenfesten Zuschauern auf dem Rathausmarkt empfangen. Der frisch gekürte Deutsche U23-Meister Gregor Buchholz hatte im Wasser weniger Glück. „Es lief am Anfang eigentlich total schlecht, ich wurde beim Schwimmen verprügelt und kam weit hinten raus.“

Unbeabsichtigte Flucht

Bei zum Teil wolkenbruchartigem Regen bildete sich auf den ersten zwei von insgesamt acht Radrunden schnell eine 40 Mann starke Spitzengruppe, zu der neben Mütschard und Rank auch der Hallenser Thomas Springer und Gregor Buchholz aus Potsdam aufschließen konnten. Außerdem dabei: Der Russe Alexander Brukhankov, Brendan Sexton und Clayton Fetell aus Australien sowie der britische U23-Europameister von Kuopio Ritchie Nicholls. In der sechsten von acht Runden war es der 22-jährige Helge Mütschard, der Bewegung ins Feld brachte. Beinahe unbeabsichtigt glückte ihm die Flucht nach vorn. „Ich wollte eigentlich nur als Erster über die Kopfsteinpflasterpassage fahren, um einem Sturz aus dem Weg zu gehen. Danach hatte ich plötzlich 30 Meter Vorsprung und habe es dann einfach versucht“, war der Rostocker selbst überrascht. Gemeinsam mit dem Schweizer Jan van Berkel erarbeitete er sich schnell mehr als 20 Sekunden Vorsprung, während sich die Verfolger - offenbar uneinig - noch anschauten.

Entscheidung vertagt

Auf dem Rathausplatz war die Stimmung auf dem Siedepunkt, als Helge Mütschard in Führung liegend und mit dem Schweizer im Schlepptau vom Rad sprang. Nur wenige Meter hinter dem Eidgenossen machte er sich auf die vier Laufrunden. Dort lief es für den Mecklenburger zunächst allerdings weniger gut: „In den ersten beiden Runden waren meine Beine müde und ich hatte Seitenstechen.“ Besser erging es Gregor Buchholz. Der 21-jährige Brandenburger machte sich mit dem Australier Brendan Sexton und Ivan Vasiliev aus Russland auf die Verfolgung seines Teamkollegen. „Helge ist ein starker Läufer. Ich dachte, er macht das“, schilderte Buchholz später seine Gedanken zu Beginn des Laufs. Noch bevor Mütschard aber den Schweizer van Berkel einfangen konnte, hatten Buchholz und seine zwei Begleiter den Rostocker gestellt. „Ich war überrascht, wie schnell wir dran waren“, so der stärkste Läufer im deutschen U23-Team. Auch Sebastian Rank, der erst am Vorabend von seiner Nominierung erfahren hatte, und Thomas Springer hielten bis in die Schlussrunde Sichtkontakt zum Führungstrio. Eingangs der letzten 2,5-Kilometer-Schleife zeichnete sich bereits ein sensationelles Mannschaftsergebnis ab.

Unwiderstehlicher Antritt

Ein Sprint sollte schließlich das Rennen um den Weltmeistertitel entscheiden. Buchholz, als endschneller Spurter bekannt, zog hundert Meter vor der Finishline als Erster an. Weder Sexton noch Vasiliev hatten dem etwas entgegenzusetzen. Der Potsdamer leistete sich sogar noch einen Blick über die Schulter, bevor er sich, seinem Team und den Tausenden Zuschauern den ersten deutschen Weltmeistertitel schenkte. „Als ich Sextons Attacke in der letzten Runde kontern konnte, hab ich angefangen, an meine Chance zu glauben“, erzählte der überglückliche Sieger im Ziel. Das beste WM-Mannschaftsergebnis in der Geschichte der DTU sicherten der Apoldaer Sebastian Rank als Fünfter („Ich kann es nicht fassen und muss erst einmal eine Nacht darüber schlafen.“), Thomas Springer aus Halle auf Platz Sechs und „Ausreißer“ Helge Mütschard, der sich auf der letzten Laufrunde fangen konnte und noch Achter wurde.

„Das ist ja sensationell, eine Steilvorlage für uns! Dieser Erfolg wird uns für unsere Rennen noch mal einen Riesenschub geben, gratulierte Jan Frodeno von seinem Hotelzimmer aus auf den Hamburger Rathausplatz. „Ich freue mich ganz besonders für Gregor, weil er es erst in letzter Minute mit seinem Deutschen Meistertitel ins WM-Team geschafft hat. Vielleicht haben das einige nicht so ganz ernst genommen, aber nun konnte Gregor beweisen, das wirklich etwas hinter diesem Erfolg steckt.“ Der WM-Sechste Thomas Springer zog im Ziel das Fazit eines großen Tages für den deutschen Triathlon: „Wir sind wieder da, die Zukunft muss uns keine Angst mehr machen.“
Jan Sägert

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BG Triathlon World Championships 2007 – U23 Männer
31. August 2007, Hamburg
1,5 km – 40 km – 10 km

1. Gregor Buchholz (GER) 1:49:31 Stunden
2. Brendan Sexton (AUS) 1:49:34
3. Ivan Vasiliev (RUS) 1:49:40
4. Ritchie Nicholls (GBR) 1:49:45
5. Sebastian Rank (GER) 1:49:46
6. Thomas Springer (GER) 1:49:59
7. David Hauss (FRA) 1:50:00
8. Helge Mütschard (GER) 1:50:31
9. Alexander Brukhankov (RUS) 1:50:36
10. Charles Rusterholz (SUI) 1:51:00

 

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