Ostseeman: Vierter Sieg für Spindler?
Seit Joseph Spindler den Ostseeman 2006 zum ersten Mal gewonnen hat, stand er bei jeder Siegerehrung auf dem Treppchen. Am Sonntag will der 35-Jährige vom Team TBB den vierten Sieg einfahren - trifft dabei aber auch auf schnelle Konkurrenz.
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Eigentlich hat Joseph Spindler vom Team TBB in Glücksburg schon alles erreicht. Dreimal hat er bereits gewonnen, im vergangenen Jahr sogar mit neuem Streckenrekord von 8:28:17 Stunden. Trotzdem wird der 35-Jährige aus Düsseldorf am Sonntag alles daran setzen, die Konkurrenz in Schach zu halten, um zum vierten Mal ganz oben auf dem Siegertreppchen zu stehen.
Duell zwischen Spindler und Wittmershaus?
Verhindern will das vor allem Horst Wittmershaus. Der Syker hat mit Spindler, hinter dem er im vergangenen Jahr Zweiter wurde, nämlich noch eine Rechnung offen. Auf den fünf Laufrunden war er dem Führenden damals gefährlich nahe gekommen. Letztendlich hatte jedoch Spindler, der das Rennen schon auf den 180 Radkilometern kontrollieren konnte, mit einer Laufzeit von 2:55:04 Stunden die größeren Kraftreserven bewiesen - der schnellste Marathon des Tages hatte ihm damals den Streckenrekord und Sieg Nummer drei eingebracht. Wittmershaus blieb Rang zwei, was er angesichts einer neuen Bestzeit von 8:30:59 Stunden verschmerzen konnte. Ob der 41-Jährige am Sonntag an der Flensburger Förde allerdings schon wieder seine volle Leistungsfähigkeit abrufen kann, ist fraglich: Erst vor vier Wochen hat er den Iromman Austria in Klagenfurt nach 8:47:38 Stunden auf dem 19. Platz beendet.
Gute Chancen auf den dritten Treppchenplatz - und mit etwas Glück auch mehr - haben vor allem Christian Nitschke aus Rostock, zweiter der deutschen Langdistanz-Meisterschaft 2009, und Dan Brown aus Sydney, der zum ersten Mal, allerdings mit krankheitsbedingtem Trainingsrückstand ins nördlichste Langdistanzrennen Deutschlands startet.
Nicole Woysch immer noch in Topform?
Die besten Voraussetzungen, ihren Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen, hat Nicole Woysch vom Tri-Sport Saar-Hochwald. Die 33-Jährige aus Merzig geht mit einer guten Portion Selbstbewusstsein, allerdings wohl auch mit einer gewissen Wettkampfmüdigkeit ins Rennen: Nachdem sie sich bereits im Mai beim Ironman Lanzarote als Dritte für die Weltmeisterschaft auf Hawaii qualifiziert und damit den bisher größten Erfolg ihrer Karriere gefeiert hat, beendete sie die Challenge Roth vor zwei Wochen nach dem Radfahren vorzeitig.
Zu ihren stärksten Konkurrentinnen gehört die Südafrikameisterin auf der Langdistanz, Caroline Koll. Die Dritte des Vorjahres, die es in diesem Jahr beim Ironman Südafrika unter die Top Ten geschafft hat, konnte zuletzt zwar mehrere kürzere Rennen in Frankreich gewinnen, haderte aber auch mit einer Muskelverletzung, die sie vor allem beim Laufen in Trainingsrückstand gebracht hat. Doch selbst wenn Koll in Topform wäre, könnte ihr Diana Riesler, die wie Spindler für das Team TBB an den Start geht, gefährlich werden. Allerdings hat die Merseburgerin wie Wittmershaus bereits einige Rennen in den Beinen: Beim Ironman Australia überzeugte sie Ende März als Vierte, in Frankfurt kam sie vor vier Wochen auf einem sehr guten fünften Platz ins Ziel.
Mehr als 1.250 Triathleten gemeldet
Insgesamt gesellen sich zu den 6.000 Einwohnern der nördlichsten Stadt Deutschlands am Wochenende mehr als 1.250 Triathleten aus zwölf Nationen. Über 500 davon wagen sich alleine an die 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen, alle anderen teilen sich die anspruchsvolle Strecke nahe der dänischen Grenze als Staffel. Sie alle starten am Sonntag um sieben Uhr mit zwei Schwimmrunden in der Flensburger Förde. Anschließend geht es auf die sechsmal zu durchfahrende, technisch nicht ganz einfache Radschleife, die auch bei nur leichtem Wind eine Herausforderung darstellt. Die fünf profilierten Laufrunden führen über die Kurpromenade zum Ortskern, durch den Schlosspark und zurück zum Strand. Sina Horsthemke
Weitere Informationen Website Ostseeman
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