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25. November 2009

Ironman Cozumel: Comeback zum Jahresende

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Rutger Beke
Eine Trauminsel vor der Küste Mexikos bildet die Kulisse für den vorletzten Ironman des Jahres. Während für die Briten Bella und Stephen Bayliss auf Cozumel eine lange Saison zu Ende geht, wagt der Belgier Rutger Beke nach langer Verletzungspause sein Comeback.

Im Frühsommer hatten Ärzte beim 32-jährigen Hawaii-Dritten von 2008 eine Infektion mit dem Cytomegalie-Virus festgestellt. Die Behandlung kostete den Belgier mehrere Wochen Training. Beim Ironman 70.3 Antwerpen kehrte er Anfang August mit einem neunten Platz auf die Wettkampfbühne zurück. Doch kurz darauf erlitt Beke in einem Testrennen an der belgischen Nordseeküste den nächsten Rückschlag. Bei einem Missgeschick in der Wechselzone zog er sich einen Knochenbruch im linken Fuß zu und musste die Saison und damit auch sein großes Ziel, den Ironman Hawaii, abhaken. Jetzt ist der starke Radfahrer und exzellente Läufer wieder fit und zählt bei der Premiere des Ironman Cozumel zweifellos zu den Top-Favoriten. Einziger Wermutstropfen für den eher schwachen Schwimmer: Aufgrund der hohen Wassertemperaturen im Atlantik sind Neoprenanzüge dort nicht erlaubt - das könnte Beke in der Auftaktdisziplin einige Minuten kosten. Holt er dennoch den Titel, wäre das nach dem Sieg beim Ironman Arizona 2007 erst der zweite Erfolg des Belgiers, der 2004 positiv auf EPO getestet, ein Jahr später aber entlastet wurde.

Erfahrener Favoritenkreis

Ein international erfahrenes Trio dürfte Beke am Sonntag das Leben schwer machen: Allein der Ukrainer Viktor Zyemtsev blickt auf sieben Ironmansiege zurück, den letzten fuhr der 36-jährige Wahlamerikaner Ende August in Louisville ein. Fünf Ironmanrennen hat Stephen Bayliss zwischen März und August bestritten, steigerte sich von Platz sechs in Neuseeland bis auf den zweiten Rang bei seinem Heimrennen, dem Ironman UK in Bolton. Nach kurzer Pause ging er vor zwei Wochen bei den Ironman-70.3-Weltmeisterschaften an den Start, war dort gegen die Spezialisten aber chancenlos und verpasste eine Top-Ten-Platzierung deutlich. Noch schlechter erging es an gleicher Stelle Oscar Galindez, der nach Platz vier im Vorjahr nur 23. wurde. Dennoch zählt auch der laufstarke 38-jährige Argentinier zum Favoritenkreis.

Wer holt den Premierensieg?

Auch die Niederländerin Yvonne van Vlerken will an der Ostküste Mexikos endlich wieder ihrer Favoritenrolle gerecht werden. Dem zweiten Platz beim Ironman 70.3 Geelong zu Saisonbeginn folgte im Sommer die schmerzhafte Niederlage gegen Sandra Wallenhorst beim Ironman Germany in Frankfurt. In Wiesbaden rehabilitierte sich die 31-Jährige zunächst mit ihrem bisher wichtigsten Saisonsieg. Der Rückschlag folgte auf dem Fuß: Beim Saisonhighlight auf Hawaii musste van Vlerken wegen eines Defekts am Zeitfahrrad aufgeben. In Cozumel trifft die ehrgeizige Niederländerin unter anderem auf die Österreicherin Eva Dollinger. Diese hatte sich beim Ironman Austria Anfang Juli zum ersten Mal erfolgreich an eine Langdistanz gewagt und das Rennen am Wörthersee als Vierte beendet. Den Feinschliff für ihren zweiten Ironman hat sich die 31-Jährige in einem Kurztrainingslager auf Lanzarote geholt.

Um einen Platz auf dem Podium zu ergattern, wird Dollinger zumindest Bella Bayliss aus dem Weg räumen müssen. Ein harter Brocken, auch wenn die Britin in diesem Jahr schon unglaubliche sieben Ironmanrennen in den Beinen hat, von denen sie drei für sich entscheiden konnte. Der letzte Auftritt der 31-Jährigen liegt weniger als drei Wochen zurück. In Florida musste sich die Vielstarterin der Belgierin Sofie Goos und Tamara Kozulina geschlagen geben. Neben der US-Amerikanerin Hillary Biscay rechnen sich auch Edith Niederfriniger aus Italien und die amtierende Deutsche Langdistanzmeisterin Katja Rabe (Koblenz) Chancen auf eine Top-Platzierung aus.

Scheibenräder sind tabu

Für die etwa 50 Profis und mehr als 1.800 Amateurathleten dürfte bei der Premiere des Ironman Cozumel das Radfahren zur größten Herausforderung werden. Der Drei-Runden-Kurs ist zwar flach und voll gesperrt, die Veranstalter warnen in der Streckenbeschreibung jedoch vor zum Teil extrem starkem und gefährlichem Kantenwind. Ähnlich wie beim Ironman Hawaii haben sich die Organisatoren daher entschlossen, zum Schutz der Athleten Scheibenräder nicht zuzulassen.
Jan Sägert

Informationen zum Thema

Website Ironman Cozumel
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