IM 70.3: Michael Raelert rennt zum WM-Titel
Mit einer überragenden Laufleistung hat sich Michael Raelert den Weltmeistertitel auf der Ironman-70.3-Distanz gesichert. Der Buschhüttener siegte in Florida vor Daniel Fontana (Italien) und Matt Reed (USA). Bei den Frauen siegte Julie Dibens (Großbritannien).
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Der dritte Platz bei der Ironman-WM auf Hawaii oder der Sieg auf der halben Distanz in Clearwater - der Konkurrenzkampf um die größte sportliche Leistung in der Familie Raelert ist mit dem heutigen Tag endgültig entbrannt. Fünf Wochen nachdem Andreas, der Ältere des Duos, auf Hawaii mit Platz drei überraschte, sorgte sein jüngerer Bruder Michael heute in Florida für eine noch größere Überraschung - indem er sich nicht nur in eindrucksvoller Manier den Weltmeistertitel auf der 70,3 Meilen langen Halbironman-Distanz sicherte, sondern auch als erster Athlet in einem Rennen der Serie unter 3:40 Stunden blieb.
Und das sogar mehr als deutlich: Nach 3:34:05 Stunden blieb die Uhr über dem Zielbogen in Clearwater Beach stehen. Vorausgegangen war eine taktische Meisterleistung des Hamburgers, dessen Finesse in der Renngestaltung der seines Bruders in nichts nachsteht.
Hohe Leistungsdichte bei den Männern
Nachdem die Rennleitung entschieden hatte, wegen das starken Wellengangs im Golf von Mexiko den Schwimmkurs in den Hafen von Clearwater zu verlegen, konnte sich auf der Schwimmstrecke keiner der Athleten entscheidend absetzen. Als Erster aus dem Wasser kam wie erwartet ein Sportler, der eher auf den kurzen Strecken zu Hause ist: Marko Albert aus Estland war nach 21:35 Minuten der Schnellste, doch die Favoriten folgten ihm auf dem Fuße. Ganze 23 Sekunden und elf Ränge später stürmte auch Raelert in die erste Wechselzone.
Auch auf dem Rad blieb die Führungsgruppe trotz einiger Verwarnungen eng zusammen - für das Tempo sorgten vor allem Titelverteidiger Terenzo Bozzone aus Neuseeland, die Australier Joe Gambles und Greg Bennett, der Brite Joe Gambles, der Amerikaner Andrew Starykowicz und der Italiener Daniel Fontana. Michael Raelert hielt sich zunächst zurück - eine Minute nach Starykowicz, der als Erster in die zweite Wechselzone an der Strandpromenade des vornehmen Golfstädtchens bei Tampa einbog, beendete Raelert die Radstrecke - wiederum auf Rang 12.
Raelert im 3:16er-Tempo
Doch was der gebürtige Rostocker im Trikot des EJOT-Teams aus Buschhütten dann zeigte, hatte die Ironman-Welt noch nicht gesehen: Nur 1:09:05 Stunden benötigte 29-Jährige für die Halbmarathonstrecke (3:16 Minuten pro Kilometer), machte damit Platz um Platz gut und hatte im schnellsten Ironman-70.3-Rennen aller Zeiten schließlich die Nase vorn: In 3:34:04 Stunden holte sich Raelert mit Weltbestzeit den Weltmeistertitel, den sein Bruder Andreas ein Jahr zuvor an gleicher Stelle knapp verpasst hatte. Der Italiener Daniel Fontana belegte in 3:36:44 Stunden den zweiten Rang, Matt Reed holte in 3:37:50 Stunden Bronze.
Weltbestzeit auch bei den Frauen
Auch das Rennen der Frauen endete mit einem neuen Rekord für die Ironman-70.3-Distanz: Die Britin Julie Dibens blieb als erste Frau unter der 4-Stunden-Marke und feierte in 3:59:33 Stunden den Sieg, nachdem sie sich schon auf dem Rad an die Spitze setzen konnte. Die Amerikanerin Mary Beth Ellis wurde vier Minuten später Zweite vor der Kanadierin Magali Tisseryre und der Schweizerin Caroline Steffen. Beste Deutsche wurde Altersklassen-Athletin Katrin Esefeld auf Platz 18. Frank Wechsel
Foster Grant Ironman World Championship 70.3 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21,1 km Laufen 14. November 2009, Clearwater (Florida, USA)
Frauen 1. Julie Dibens (GBR) 3:59:33 (24:12-2:07:09-1:24:37) 2. Mary Beth Ellis (USA) 4:03:49 (24:31-2:10:52-1:24:42) 3. Magali Tisseyre (CAN) 4:05:27 (26:00-2:15:11-1:20:31) 4. Caroline Steffen (SUI) 4:05:33 (25:42-2:08:23-1:26:48) 5. Laura Bennett (USA) 4:07:39 (24:27-2:17:01-1:22:42) 6. Michellie Jones (AUS) 4:08:17 (26:00-2:15:17-1:23:16) 7. Sarah Groff (USA) 4:09:34 (24:08-2:16:01-1:25:56) 8. Amanda Stevens (USA) 4:13:16 (24:07-2:13:23-1:32:03) 9. Karin Thürig (SUI) 4:15:04 (30:51-2:10:32-1:28:08) 10. Georgie Rutherford (BRA) 4:15:52 (26:39-2:18:34-1:26:12) 18. Katrin Esefeld (GER) 4:20:53 (30:40-2:12:20-1:33:41)
Männer 1. Michael Raelert (GER) 3:34:04 (21:58-1:59:30-1:09:05) 2. Daniel Fontana (ITA) 3:36:44 (21:55-1:59:25-1:12:00) 3. Matthew Reed (USA) 3:37:50 (21:59-1:59:02-1:13:11) 4. Sylvain Sudrie (FRA ) 3:38:02 (21:57-1:59:36-1:12:46) 5. Joe Gambles (GBR) 3:38:19 (22:19-1:58:52-1:13:23) 6. Kevin Collington (USA) 3:40:16 (22:10-2:00:27-1:13:32) 7. Luke Bell (AUS) 3:40:16 (22:01-1:59:18-1:15:14) 8. Alberto Casadei (ITA) 3:40:19 (22:05-1:59:07-1:15:03) 9. Leon Griffin (AUS) 3:40:31 (22:22-1:59:03-1:12:25) 10. Brian Fleischmann (USA) 3:41:37 (21:38-2:01:00-1:15:19)
Informationen Website der World Triathlon Corporation (WTC)
Weitere Themen auf tri-mag.de Birgit Metzler bloggt aus Clearwater
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