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08. November 2009

Ironman Florida: Tag der Überraschungen

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Bella Bayliss
Zwei krasse Außenseiter haben den Favoriten beim Ironman Florida in Panama City ein Schnippchen geschlagen. Die Belgierin Sofie Goos ließ der fünfmaligen Siegerin Bella Bayliss keine Chance, der Este Kirill Kotshegarov überraschte bei den Männern. 

Als Tag der Europäer dürfte der Ironman Florida 2009 in die Geschichte eingehen: Während bei den Frauen die US-Amerikanerin Heather Gollnick die einzige Nicht-Europäerin unter den besten fünf war, mussten Luke McKenzie (AUS) und Raynard Tissink (RSA) sogar sechs europäischen Athleten den Vortritt lassen.

Este fordert Favoriten heraus 

Dabei hatte der Tag für die beiden erfahrensten Profis im Feld vielversprechend begonnen: Nach etwas mehr als 49 Minuten war McKenzie in Führung liegend aus dem Wasser gestiegen, eine Minute hinter ihm der Griesheimer Horst Reichel und in dessen Schlepptau dann Tissink. Der erwischte auf dem Rad allerdings einen seiner schwächeren Tage und musste auf dem flachen Kurs einen Konkurrenten nach dem anderen an sich vorbeiziehen lassen. Auch Reichel konnte dem Tempodiktat McKenzies nichts entgegensetzen. Nach zwei Dritteln der Radstrecke war dessen Vorsprung auf fast acht Minuten angewachsen.

Doch der bisher fast völlig unbekannte Este Kirill Kotshegarov hatte sich das Rennen offenbar noch besser eingeteilt - bis auf drei Minuten kam der 23-Jährige aus Tallinn vor dem abschließenden Marathon an den Favoriten heran. Reichel, Tissink und der Ukrainer Maxim Kriat stritten sich weitere sechs Minuten dahinter zunächst um Platz drei.

McKenzie strauchelt und fällt

Nur etwas mehr als zehn Kilometer brauchte Kotshegarov, um McKenzie an der Spitze des Rennens abzulösen. Dieser wurde im Verlauf des Marathons noch bis auf den siebten Platz durchgereicht, während der junge Este nach 8:24:29 Stunden den ersten Ironmansieg seiner Karriere feierte. Die beiden schnellsten Laufzeiten des Tages brachten dem Italiener Massimo Cigana (2:52:01 Stunden) Platz drei und dem Ukrainer Kriat (2:53:56 Stunden) den zweiten Rang. Für den Österreicher Peter Schoissengeier endete eine bis dato verkorkste Saison versöhnlich: Der Vorarlberger wurde Sechster. Als bester Deutscher landete Bernd Hagen (Forchheim) auf Platz 13, Horst Reichel gab das Rennen während des Marathons auf.

Bayliss geht die Puste aus
 
Ihre großen Hoffnungen begraben musste auch Nina Kraft. Für die Braunschweiger Mitfavoritin war das Rennen schon nach wenigen Kilometern Radfahren beendet. Eine nicht vollständig auskurierte Mittelohrentzündung zwang die Florida-Siegerin von 2007 zur Aufgabe. Dabei hatte es nach dem Schwimmen sehr gut ausgesehen - nur die Dänin Charlotte Kolters konnte sich auf den 3,8 Kilometern vor der Küste von Panama City an Kraft festbeißen. Da aber auch Kolters später in Führung liegend die Segel strich, war der Weg frei für die fünfmalige Siegerin Bella Bayliss - dachten viele.

Doch die Britin scheint nach der langen Saison mit ihrer Kraft am Ende. Nur an vierter Position wechselte die starke Radfahrerin auf die Marathonstrecke. Aber auch dort war für sie an diesem Tag nichts mehr zu bestellen, zu stark präsentierten sich die Belgierin Sofie Goos und die Vorjahreszweite Tamara Kozulina aus der Ukraine. Goos jubelte nach 9:08:38 Stunden und ausgeglichen guten Leistungen in allen drei Disziplinen im Ziel über den ersten Ironmansieg ihrer Karriere. Anfang Oktober hatte die 28-Jährige ähnlich überraschend bereits die Challenge Barcelona gewonnen. Kozulina bezwang in diesem Jahr zwar Bayliss - musste sich aber erneut mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Als einzige deutschsprachige im Feld der Profifrauen landete die Schweizerin Sarah Schütz auf Platz zwölf.
Jan Sägert

Ford Ironman Florida
3,8 km Schwimmen, 180 km Rad, 42,195 km Laufen
7. November 2009, Panama City Beach (Florida/USA)


Frauen
1. Sofie Goos (BEL) 9:08:38 (59:48-4:52:24-3:11:29)
2. Tamara Kozulina (UKR) 9:12:47 (1:03:42-4:56:11-3:06:52)
3. Bella Bayliss (GBR) 9:13:52 (59:49-4:56:19-3:11:07)
4. Joan Bláfoss (DEN) 9:21:11 (1:04:08-5:07:43-3:01:46)
5. Heather Gollnick (USA) 9:22:13 (57:30-4:59:51-3:18:59)
6. Jessica Jacobs (USA) 9:27:40 (1:08:27-4:55:36-3:16:49)
7. Tove Wiklund (SWE) 9:30:48 (59:56-4:50:04-3:34:27)
8. Katya Meyers (USA) (1:10:16-4:54:18-3:25:19)
9. Gabriela Loskotova (CZE) 9:43:15 (1:00:01-5:11:09-3:24:33)
10. Alisa Gardner (USA) 9:53:08 (1:04:45-5:05:28-3:35:13)

Männer
1. Kirill Kotshegarov (EST) 8:24:29 (53:44-4:28:03-2:57:11)
2. Maxim Kriat (UKR) 8:26:51 (51:00-4:37:11-2:53:56)
3. Massimo Cigana (ITA) 8:28:04 (56:00-4:35:04-2:52:01)
4. Nick Saunders (GBR) 8:31:44 (52:14-4:39:09-2:54:47)
5. Christophe Bastie (FRA) 8:35:29 (55:59-4:34:17-2:57:59)
6. Peter Schoissengeier (AUT) 8:37:03 (55:45-4:35:46-3:00:16)
7. Luke McKenzie (AUS) 8:37:59 (49:21-4:30:02-3:13:48)
8. Raynard Tissink (RSA) 8:40:21 (50:42-4:37:08-3:06:23)
9. Brandon Marsh (USA) 8:42:41 (51:48-4:40:44-3:04:35)
10. Tim Hola (USA) 8:47:23 (52:50-4:48:26-2:59:34)

Weitere Informationen
Website Ironman Florida
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