Macca im Kraichgau: Siegen oder Säbelrasseln?
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Einen Monat vor der Ironman-EM in Frankfurt und fünf Wochen vor der Challenge in Roth treffen einige der Protagonisten am kommenden Sonntag im Kraichgau aufeinander. Bluffen oder Kräftemessen – vor allem das Rennen über die mittlere Distanz verspricht Spannung. |
Chris McCormack
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Das Rennprogramm, das sich der amtierende Ironman-Weltmeister Chris McCormack derzeit zumutet, ist ein Härtetest. Mitteldistanz-Rennen im Wochentakt wie zuletzt auf Big Island und gleich eine Woche nach dem Rennen im Kraichgau schon beim Ironman 70.3 in Großbritannien, dazwischen Zehntausende von Flugkilometern zwischen Australien, den Vereinigten Staaten und - wie in dieser Woche - Hawaii und Europa. Offenbar will sich der Australier damit das Stehvermögen aneignen, das er für seinen geplanten Doppelschlag in Frankfurt und Roth am 6. und 13. Juli brauchen wird.
In jeder Disziplin unter Druck
"Ich gehe in jedes Rennen mit dem Ziel zu siegen", sagt McCormack. Doch anders als am vergangenen Wochenende auf Hawaii dürfte dies am kommenden Sonntag kein Spaziergang werden: Die Deutschen Thomas Hellriegel, Stephan Vuckovic und Steffen Liebetrau sowie der Este Ain-Alar Juhanson können alle bereits etliche Podiumsplatzierungen bei großen Ironmanrennen vorweisen; vom 2.000 Meter langen Schwimmauftakt (Vuckovic) über die anspruchsvolle 60-Kilometer Radstrecke (Hellriegel, Liebetrau, Juhanson) bis zum etwas winkligen 14-Kilometer-Lauffinale (vor allem Vuckovic) dürfte der selbstbewusste Aussie also gehörig unter Druck geraten. Und vier Wochen vor dem großen Showdown am Main gegen die deutschen Ironman-Stars Faris Al-Sultan, Normann Stadler und Timo Bracht ist das Kraichgau-Triathlon-Festival der falsche Ort und Zeitpunkt für Müdigkeit und Schwäche. Es sei denn, McCormack wollte seine Konkurrenten bewusst täuschen.
Im Rennen der Frauen sind die Rollen etwas klarer verteilt. Vieles spricht dafür, dass "Maccas" Landsfrau Belinda Granger hier ihren Vorjahressieg wiederholen kann, zumindest in einigen Einzeldisziplinen könnten ihr die Deutschen Anja Ippach (Schwimmen) oder Wenke Kujala (Radfahren) aber die Bestzeiten abnehmen. Kujala will sich im Juli ein weiteres Mal in Frankfurt versuchen, Ippach in Roth ihren zweiten DM-Platz vom Vorjahr verbessern.
S steht für Speed
Auf der Kurzstrecke, der S-Distanz, über 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und 10 Kilometer Laufen ist Titelverteidiger Sebastian Kienle, der Sieger des diesjährigen Saisonauftakts in Buschhütten und Dritte des Ironman 70.3 im schweizerischen Rapperswil, gegen Uwe Widmann und Justin Granger (AUS) der Favorit. Interessant dürfte aber für die deutschen Ironman-Fans nach einer etwas schwächeren Saison 2007 vor allem der Einblick in den Trainingszustand Widmanns sein. Nina Eggert, die ihre ansteigende Form kürzlich mit einem dritten Platz bei der neuen Challenge über die Mitteldistanz im französischen Niederbronn unter Beweis gestellt hat, will für ihre Premiere in Roth vor allem noch an ihrem Laufspeed arbeiten - wenn es dabei gegen Nicole Best, Nicole Töpfer und Renate Forstner auch für die Verteidigung ihres Titels reichen sollte, dürfte das der 31-Jährigen nach überstandener Fußverletzung zusätzlichen Auftrieb geben.
Als besonders kräftezehrend - und vielleicht deshalb von den meisten Ironmanstartern gemieden - gilt die sogenannte L-Distanz (Favoriten sind Rolf Lautenbacher und Susanne Buckenlei): 2,5 Kilometer Schwimmen, 110 Kilometer Radfahren und ein abschließender Halbmarathon können unterwegs schon einmal vergessen lassen, dass sich der Kraichgau mit seinen kleinen Dörfern und langgezogenen Hügeln in der Tourismus-Werbung gern als "Wohlfühlland" tituliert. Die insgesamt mehr als 2.000 am Wochenende in Bad Schönborn erwarteten Triathleten denken wohl eher an großen Sport.
Jens Richter
tri-mag.de, triathlonTV und das Magazin triathlon berichten ab Sonntagabend ausführlich vom 4. Triathlon-Festival im Kraichgau.
Informationen
Website des Kraichgau-Triathlon-Festivals
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