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24. Februar 2008

Ironman Malaysia: Einsamer Sieger im Paradies

"Allahs Ausnahmeathlet" ist wieder da: Mit einem Sieg beim Ironman Malaysia beendete der Münchner Faris Al-Sultan am Samstag auf der Urlaubsinsel Langkawi seine mehr als zweijährige Durststrecke - und ließ die Konkurrenten aussehen wie Statisten.
Faris Al-Sultan
Faris Al-Sultan

Fast zweieinhalb Jahre lag sein letzter großer Sieg zurück: Der Ironman-Weltmeistertitel im Oktober 2005 auf Hawaii. Vor allem die Rennsaison 2007 sei "enttäuschend" verlaufen, zog Al-Sultan vor dem Rennen im malaysischen Urlaubsparadies Langkawi kritisch Bilanz. Ein unerwarteter sechster Platz bei der Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt, ein krankheitsbedingter Rückzug beim Saisonfinale auf Hawaii - für kurze Zeit soll der im Januar 30 Jahre alt gewordene Al-Sultan sogar darüber nachgedacht haben, den Profisport aufzugeben. Entsprechend groß war der Druck vor der Rückkehr in den Ironman-Circuit, trotz einer durchaus erfolgversprechenden Vorbereitung im arabischen Al-Ain, trotz der klaren Favoritenrolle, die der Bayer mit irakischen Wurzeln im mit elf Ironmanprofis dünn besetzten Rennen in Malaysia einnahm.

Völlig unbehelligt

Acht Sekunden betrug nach dem Schwimmen Al-Sultans Rückstand (50:00 Min.) auf den Kanadier Mathieu O’Halloran, der die 3,8 Kilometer lange Auftaktdisziplin für sich entscheiden konnte. Doch schon nach wenigen Kilometern der Radstrecke war der Deutsche allein - weder der tschechische Ironman-Vielstarter Petr Vabrousek, fünf Wochen zuvor bei der kräftezehrenden Challenge Wanaka in Neuseeland Sechster, noch Luke Dragstra oder der Koreaner Park Byunghoon konnten verhindern, dass Al-Sultan nach einer Gesamtrenndauer von 5:24:44 Stunden völlig unbehelligt und mit über 20 Minuten Vorsprung in die Laufschuhe wechselte. Einzig der Österreicher Elmar Schuberth hatte sich noch näher heranarbeiten können, musste vor dem Start in den Marathon aber eine fünfminütige Zeitstrafe wegen Windschattenfahrens absitzen. Für Al-Sultan waren so auf den abschließenden 42,2 Kilometern die tropisch-schwülen Temperaturen von mehr als 30 Grad der einzige verbliebene Gegner, nach 8:34:42 Stunden feierte "Allahs Ausnahmeathlet" (Der Spiegel 2005) seinen dritten Sieg in einem Rennen der Ironman-Weltserie.

"Als ehemaliger Weltmeister hat natürlich jeder von mir den Sieg erwartet. Aber es war kein leichtes Rennen und ich musste mich immer wieder selbst antreiben, um hier ins Ziel zu kommen", sagte Al-Sultan nach dem Rennen. "Mein Ziel war ein möglichst großer Vorsprung zu den Verfolgern, vor allem Petr (Vabrousek). Er hat mich bei früheren Rennen schon mal auf der Marathonstrecke abgefangen. Ich bin froh, dass mein Plan aufgegangen ist."

Die "Sutton-Taktik"

Spannungsmomente hatte das Rennen dennoch: Erst auf den letzten Kilometern konnte sich Petr Vabrousek von seinem österreichischen Schatten Elmar Schuberth lösen und in 9:04:54 Stunden den zweiten Podestplatz sichern. Schuberth wurde 1:09 Minuten dahinter Dritter, auf Platz sieben landete sein Landsmann Thomas Vonach (9:26:55) - zum zweiten Mal in Folge bester Altersklassenathlet in Malaysia. Zu dieser Zeit allerdings galt die Aufmerksamkeit der Fans bereits der Siegerin bei den Frauen: Als Achte der Gesamtwertung feierte die Australierin Belinda Granger nach 9: 29:21 Stunden nicht nur einen neuen Streckenrekord, sondern auch eine geglückte Revanche gegen die Niederländerin Yvonne van Vlerken, die das letzte Aufeinandertreffen der beiden Ende Juni 2007 im fränkischen Roth noch deutlich für sich entschieden hatte.

Dabei hatte van Vlerken ihren achtminütigen Rückstand nach dem Radfahren zunächst schnell verringern können und war nach zwei Dritteln des Marathonlaufs Granger bis auf 2:45 Minuten auf die Pelle gerückt. Doch die kleine Australierin hatte sich die Kräfte besser eingeteilt und konnte mit einer Tempoverschärfung auf den letzten zehn Kilometern van Vlerken demoralisieren: "Diese Strategie hat funktioniert. Ich werde den Marathon niemals unter drei Stunden laufen können, also muss ich mir etwas anderes einfallen lassen, damit mich die Mädels beim Laufen nicht mehr einholen", offenbarte Granger im Ziel gegenüber dem Livereporter von ironman.com ihre Taktik, die sie mit Trainer Brett Sutton ausgeheckt hatte. Dritte wurde mit deutlichem Rückstand Grangers Freundin und Trainingspartnerin Hillary Biscay (USA), ebenfalls unter den besten Zehn kamen Ute Streiter aus Österreich (Platz 5) und die Deutsche Diana Riesler (Platz 9) ins Ziel.
Jens Richter

Lotto Ironman Malaysia
3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren, 42,2 km Laufen
23. Februar 2008, Langkawi (Malaysia)


Frauen
1. Belinda Granger (AUS) 9:29:21
2. Yvonne van Vlerken (NED) 9:35:46
3. Yasuko Miyazaki (JPN) 10:14:01
4. Hillary Biscay (USA) 10:18:11
5. Ute Streiter (AUT) 10:50:30
6. Megumi Kobayashi (JPN) 11:06:54
7. Robyn McGeary (AUS) 11:06:57
8. Kimiko Senzai (JPN) 11:15:30
9. Diana Riesler (GER) 11:39:34
10. Yoko Shiba (JPN) 11:52:29
.
24. Heike Scheef (SUI) 13:06:04


Männer
1. Faris Al-Sultan (GER) 8:34:42
2. Petr Vabrousek (CZE) 9:04:54
3. Elmar Schuberth (AUT) 9:06:03
4. Mathieu O'Halloran (CAN) 9:10:44
5. Luke Dragstra (CAN) 9:17:49
6. Park Byunghoon (KOR) 9:19:56
7. Thomas Vonach (AUT) 9:26:55
8. Patrick Bless (GER) 9:31:04
9. Mike Schifferle (SUI) 9:31:34
10. Peter Kern (IRE) 9:34:02
.
15. Kjell Schioeberg (GER) 9:57:50
16. André Stübs (GER) 10:00:40
18. Andreas Karall (AUT) 10:03:13
24. Robert Kolar (AUT) 10:10:05
25. Markus Neumann (GER) 10:11:01

Informationen
Website Ironman Malaysia
Offizielle Ironman-Website

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